Kultur

Bibliothekarin macht Kindern Lust aufs Lesen

Von 15. bis 21. Oktober steht bei der Aktionswoche "Österreich liest" die Literaturvermittlung durch Bibliotheken im Zentrum. Diese fängt früh an.

Maud Maren Koch liest in der Stadtbibliothek vor.  SN/sw/suchanek
Maud Maren Koch liest in der Stadtbibliothek vor. 

Wenn sie morgens die Tür der Stadtbibliothek Salzburg öffnet, stürmen die Kinder regelrecht rein. Zur Begrüßung fallen sie ihr auch in die Arme, erzählt Maud Maren Koch (28). Die gebürtige Dresdnerin ist seit einem Jahr als Bibliothekarin in Salzburg tätig. Neben den üblichen Arbeiten wie Katalogisieren, Zurückräumen und (Aus-)Sortieren von Büchern, liest sie täglich Kindergartengruppen vor. Bis zu 25 Kindergärten schicken ihre Schützlinge regelmäßig zu ihr, manche Gruppen "würden am liebsten einmal die Woche kommen, aber das geht nicht, da platzt mein Kalender", sagt Koch. Kinder sind ein anspruchsvolles Publikum, das weiß jeder Künstler. Diese Erfahrung hat auch Koch gemacht: "Wenn ich die Sätze nur vorlese, steigen sie nach zwei Minuten aus." Gerade in der Stadt Salzburg hätten viele Migrationshintergrund, die Kleinen kommen "aus Erzählkulturen, wo viel mit Mimik und Gestik gearbeitet wird." Häufig fehlten diesen im Kindergartenalter noch die nötigen Deutschkenntnisse, reines Vorlesen überfordere sie. Deshalb lernt Koch die Geschichten vorher auswendig, erzählt sie dann den Kindern und bespricht mit ihnen die dazugehörigen Bilder im Buch. "So können sie die Wörter anwenden, die sie schon kennen. Sie bleiben bei der Geschichte und lernen, stillzusitzen, sich zu konzentrieren und zuzuhören." Das sei für den Schuleintritt wichtig, sie hoffe, die Kinder durch ihre Arbeit ein bisschen darauf vorzubereiten.

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