Kultur

Celine Rudolph in Salzburg bejubelt

Für Echo-Preisträgerin Celine Rudolph ist es normal, mit Größen wie Bobby McFerrin zu spielen und Konzertsäle für sich zu gewinnen. Das Konzert in der Salzburger Kollegienkirche am Freitagabend sei für sie ein Experiment gewesen, ließ die Sängerin am Anfang der Aufführung beim Salzburger Jazz and the City Festival verlauten. Ein Experiment, das zu 100 Prozent geglückt ist.

Elf Sekunden Hall machten die Auftrittsbedingungen in den Kirchenräumen nicht unbedingt leichter, doch Celine Rudolph und ihr Bühnenpartner Stephan Braun am Cello machten sich dieses Klangphänomen kurzerhand zu eigen. Das Salzburger Jazz-Festival schreibt es sich auch dieses Jahr wieder auf die Fahne, ungewöhnliche Auftrittsorte im Programm zu haben, wobei die Kollegienkirche beispielsweise auch von den Festspielen immer gerne als Aufführungsort eingesetzt wird.

Ein Cello, eine Gitarre und ein elektronisches Loop-Gerät, damit starteten die beiden Künstler ihr Konzert. Dennoch setzten die beiden Stimme und Cello so vielseitig ein, dass man irgendwann meinte Instrumente zu hören, die gar nicht auf der Bühne zu sehen waren. Besonders Stephan Braun brachte immer wieder neue Spielweisen ein. Mal strich und zupfte er ganz normal, dann drehte er das Cello und benutzte es wie eine Cajon, und am Ende spielte er das Instrument sogar quer wie eine Gitarre.

Celine Rudolph erwies sich als ebenso vielseitig. Besonderen Spaß schien ihr die Kirchenakustik im Bezug auf die Kopfstimme zu machen. Sie gilt als Skatgesang-Profi und das zeigte sie auch immer wieder, wodurch minutenlange Improvisationen und Experimente entstanden. Sprachlich war sie genauso fit. Hauptsächlich sang sie auf Portugiesisch, aber auch Englisch und sogar mit einem französischen Rap des Künstlers MC Solar konnte sie aufwarten. Ihr Programm war eine gekonnte Mischung aus Jazz, Weltmusik und Popeinflüssen.

Für die letzte halbe Stunde kam noch der Vibraphonist Pascal Schumacher auf die Bühne. Die Klänge seines Instruments wirkten in den Kirchenräumen sehr sphärisch, was aber sehr gut zu Rudolphs Skat-Gesang passte. Ob im Duo oder Trio - Celine Rudolph löste beim Jazz and the City-Publikum eineinhalb Stunden lang Begeisterung aus. Das wurde mit einem langen Schlussapplaus belohnt.

Quelle: APA

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