Kultur

Corona-Härtefonds am Mozarteum: "Die Lage vieler Studierender ist prekär"

Stipendien des Covid-19-Härtefonds halten viele Studierende über Wasser. Noch ist kein Ende der Notlage in Sicht. Beim Streamingkozert des Mozarteumorchesters am Sonntag wird wieder ein Spendenaufruf gestartet.

Die ÖH der Uni Mozarteum in Salzburg hat einen Corona-Härtefonds für die Studierenden geschaffen. Viele sind infolge der Krise auf die Gelder angewiesen. SN/universität mozarteum
Die ÖH der Uni Mozarteum in Salzburg hat einen Corona-Härtefonds für die Studierenden geschaffen. Viele sind infolge der Krise auf die Gelder angewiesen.

Ende Februar 2020 wurden die ersten Kulturveranstaltungen wegen der Coronapandemie abgesagt, am 10. März schlossen Theater und Konzerthäuser ihre Tore und Universitäten stellten den Präsenzbetrieb ein. Nur wenige Tage später, am 16. März, gab die Österreichische Hochschülerinnenschaft (ÖH) der Universität Mozarteum Salzburg die Gründung eines Covid-19-Härtefonds bekannt. Mit einem Spendenaufruf machte man auf die durch die Pandemie hervorgerufene Notlage vieler Studierender aufmerksam.

"Mit einem Schlag waren Reisen und Konzerte nicht mehr möglich", schildert der ÖH-Vorsitzende und Pianist Pavle Krstic den SN. "Uns war sofort klar, dass das lange dauern wird und es für viele eine schwierige Situation sein wird." Ein Großteil der Studierenden finanziere die Ausbildung in Salzburg mit Konzertauftritten, Musikunterricht und Jobs in der Gastronomie. Mit dem Wegbruch der regelmäßigen Einnahmequellen seien viele seit knapp einem Jahr in existenzielle Bedrängnis geraten.

Ein Härtefonds für bedürftige Studierende der Universität Mozarteum hat bereits vor Corona existiert. "Doch der reichte nicht aus für diese Sondersituation", sagt Krstic. Daher habe man innerhalb weniger Tage den Covid-19-Härtefonds aus dem Boden gestampft. Privatpersonen wie Institutionen könnten spenden.

"Wir waren erstaunt von der Großzügigkeit der Menschen", sagt Krstic. Auf die sei man nach wie vor angewiesen. Die Situation vieler Studierender am Mozarteum sei prekär, sagt der ÖH-Vorsitzende. Das machten die Anträge deutlich, die regelmäßig eingingen. "Die Kontostände vieler Betroffener sind teils erschütternd. Umso berührender ist es, wenn wir Nachrichten erhalten, dass das Geld aus dem Covid-19-Härtefonds geholfen hat."

Bild: SN/öh mozarteum salzburg
„Stipendien reichen für zwei Monate“.
Pavle Krstic, ÖH-Vorsitzender.

212 Stipendien wurden bislang aus dem Fonds vergeben, wobei es sich hierbei nicht um Einmalzahlungen handelt. Nach zwei Monaten kann erneut ein Antrag gestellt werden. "Es gibt einige, die bereits zum fünften Mal um ein Stipendium angesucht und dieses auch erhalten haben", erläutert Krstic. Die Anträge würden jedes Mal neu bewertet, das Geld werde nach Dringlichkeit vergeben. "Wir schauen, dass die Studierenden mit der ausgegebenen Summe zwei Monate überleben können und Miete sowie laufende Kosten gedeckt sind."

Die Höhe der Stipendien ist unterschiedlich und richtet sich nach der finanziellen Lage der Studierenden. Dafür müssen diese ihre Notsituation glaubhaft machen und Meldezettel, Zeugnisse, Gehaltszettel, Kontoauszüge der letzten drei Monate wie die Zahlungsbestätigung der letzten drei Monatsmieten vorweisen. "Das ist hochbürokratisch, aber für uns als ÖH rechtlich wichtig, weil wir der Kontrolle unterliegen", sagt der Vorsitzende.

Am Sonntag werden im Rahmen des Streamingkonzerts "So klingt Salzburg" Spenden gesammelt. Das Konto wird Krstic zufolge noch länger offen sein. "Auch wenn die Pandemie einmal besiegt ist, die Folgen werden wir noch lange spüren."

Spendenkonto: Bank Austria,
Inhaberin: ÖH an der Uni Mozarteum, IBAN: AT71 1200 0514 4907 5733, BIC: BKAUATWW,
Betreff: "So klingt Salzburg"

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