Kultur

Der Blick hinter die glatte Oberfläche

Der Salzburger Künstler Franz Bergmüller stellt noch bis Mitte Jänner in der Galerie Fotohof aus. In seinen Fotoarbeiten bringt er das Räumliche ins Spiel.

Franz Bergmüller interessiert sich dafür, was sich hinter der Fotografie verbirgt.  SN/sw/suchanek
Franz Bergmüller interessiert sich dafür, was sich hinter der Fotografie verbirgt. 

Sein Werk hat einen hohen fotografischen Anteil und doch sieht sich Franz Bergmüller eher als Objekt- denn als Fotokünstler. "Ich komme aus der Bildhauerei und habe mich viel mit der Sinnlichkeit von Material, Raum und Dreidimensionalität beschäftigt", sagt Franz Bergmüller.

Das Foto ist bei ihm nicht das künstlerische Ziel, es dient ihm als Ausgangsmaterial für den weiteren Schaffensprozess. Denn wo andere aufhören, fängt Bergmüller erst an. Indem er seine Fotografien aufschneidet, einrollt, auf Holz aufzieht, Teile ausstanzt oder auffaltet, holt er den Raum ins Spiel. In der Motivwahl konzentriert er sich vorwiegend - und für die Ausstellung im Fotohof fast ausschließlich - auf Selbstporträts und Aufnahmen von seiner Lebensgefährtin Gunda Gruber.

Wie kann er die glatte Oberfläche der Fotografie brechen, die Realität dahinter hervorholen? Das sind zentrale Fragen im Werk des 1966 geborenen Künstlers.

Betritt man den Fotohof in Lehen, sticht einem eine Installation aus fünf Fotoobjekten ins Auge. Diese hat Bergmüller in seinem Atelier in der Elisabethvorstadt eigens für diese Ausstellung geschaffen.

Da liegen Fragmente eines Frauenporträts auf zwei Holzböcken, weitere Teile lehnen an der Wand dahinter. Großformatige Plexiglasarbeiten zeigen die Fragmente einer Figur, sie spielen mit Leerstellen, Bildtiefe und Schatten. Davor stehen vier quadratisch angeordnete Papierrollen. Die darauf abgebildeten Körper gehen ineinander über, werden zu einer Einheit. Und zwei in die Höhe gereckte Beine (siehe Foto) vereinen die Grundidee des Künstlers in einem Werk: Der zweidimensionale Bildausschnitt erhält durch das Aufstellen Dreidimensionalität. Der Raum wird durch den geworfenen Schatten ins Spiel geholt.

Eine Arbeit zeigt eine auf Holz aufgezogene Frauenfigur. In immer kleiner werdenden silhouettenartigen Teilen löst sich diese auf, geht vom Gegenständlichen ins Abstrakte über. Bergmüller: "Für mich ist das Zerschneiden kein negativer Prozess, sondern eine Transformation in eine andere Realität." Er stelle dadurch den Menschen in seiner Vielfalt und Wandlungsfähigkeit dar.

Bergmüllers Werken - er zeigt auch Teile seiner Serie "Studio Stills" - sind jene von Karin Fisslthaler zur Seite gestellt. Auch sie lässt die Zweidimensionalität hinter sich, indem sie mehrere Fotos collagenartig übereinanderschichtet. Dadurch erhalten diese nicht nur eine räumliche Dimension, sie wirken auch bewegt.

Franz Bergmüller begegnet man ab 25. November noch andernorts: Das Museum der Moderne zeigt von ihm Modelle in der Ausstellung "Raum und Fotografie".

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