Kultur

Der Festspielbezirk gehört den Schulen

400 Jugendliche machen die Stadt zur Tanz-, Theater-, Kunst- und Singbühne.

Noch schnell schauen, ob Kostüm und Haarschmuck sitzen, dann kann es auch schon losgehen. Die Nervosität ist den 400 Schülerinnen und Schülern ins Gesicht geschrieben. Denn heute ist ihr großer künstlerischer Auftritt im Festspielbezirk, und den wollen die Kinder nach wochen- und monatelangen Proben nicht verpatzen. "Was die Jugendlichen hier am Aktionstag 'Kulturelle Bildung in Schulen' an Performance leisten, ist sagenhaft", so Landesrätin Brigitta Pallauf in Vertretung von Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Pallauf war besonders von der Aufführung "Kafka Fragmente" im Haus für Mozart begeistert.

Eine kurze Probe noch, dann haben die Schülerinnen und Schüler vom BORG Bad Hofgastein ihren Auftritt. Sie performen "Sun of a Preacher Man" in der Großen Universitätsaula. Nervös ist die 18-jährige Sängerin Lena Sendlhofer aber nicht, denn sie ist Publikum gewohnt: "Ich singe viel, manchmal auch vor 100 Leuten bei uns am Schulball zum Beispiel. Aber ich finde es voll cool, dass heute so viele verschiedene Schulen mitmachen und man bei den Stationen zahlreiche Sachen anschauen kann."

Bildungsarbeit im besten Sinne

Noch keine Bühnenerfahrung hat die neunjährige Sandra Pfeffer vom BRG Zell am See. Sie hat in wenigen Minuten mit ihren acht Tanzpartnerinnen eine Ballettaufführung, ist sichtlich nervös. "Ich hab' Angst, dass ich meine Schritte vergesse oder was Falsches mache." Ihre Sorgen sind unbegründet, denn ihren Auftritt meistert sie mit Bravour. Auch Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn ist gefesselt vom Engagement und Ehrgeiz der Kids: "Hier wird Bildungsarbeit im besten Sinne geleistet. Was die Kinder und Lehrerinnen und Lehrer hier auf die Beine gestellt haben, ist unglaublich."

Jeder ist Teil des großen Kunst-Ganzen

Während im Haus für Mozart das Publikum noch vor Begeisterung tobt, geht es im Furtwänglerpark etwas ruhiger zu. Laurence Wimmer, Schüler der HTL Hallein, schnitzt an seiner Holzskulptur: "Für mich ist es ein befreiendes Gefühl, wenn der Holzstamm dann Form annimmt. Heute ist es besonders schön, weil sich künstlerisch rundherum so viel tut und man sich irgendwie als Teil eines großen Ganzen fühlt", so der 17-Jährige.

Passanten von den Aufführungen angetan

Auch das Publikum ist verzaubert von so viel Einsatz. Vor allem die Stomp-Gruppe zieht die Passantinnen und Passanten durch ihre lauten Trommelgeräusche an. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass heute so eine tolle Veranstaltung stattfindet. Ich finde es toll, wenn die Altstadt lebendig wird", so eine Passantin, die den Rhythmus mit ihrem Zeigefinger nachzeichnet.

Künstlerischer Leiter sehr zufrieden

Gero Nievelstein, künstlerischer Leiter des Aktionstages "Kulturelle Bildung in Schulen", ist fast ein bisschen überrascht, wie glatt alles über die Bühne geht: "Ich bin wirklich erstaunt, dass die Einheiten in sich so gut funktionieren und alle so toll organisiert sind. Jeder weiß ganz genau, was er zu tun hat. Einfach spitze!" Für Maria Honsig-Erlenburg, die die Förderaktion "Kulturvermittlung in Schulen" betreut, ist es immer wieder beeindruckend, "wie engagiert und kreativ bei Kunstprojekten gearbeitet und wie intensiv hier ein Miteinander erlebt wird. Jeder gibt, was er kann, und bekommt so viel zurück."

(SN)

Aufgerufen am 18.06.2018 um 11:53 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/der-festspielbezirk-gehoert-den-schulen-28350676

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