Kultur

Die "Schöne Madonna" ist eine Rarität im Land

Vor 625 Jahren wurde das wertvolle Kunstwerk für die Marienkirche in Altenmarkt gestiftet.

Der Marienfeiertag ist für Altenmarkt ein besonderer Festtag, an dem bei einer Prozession die "Schöne Madonna" durch den Markt getragen wird. Heuer geschah dies anlässlich eines kleinen Jubiläums: Vor 625 Jahren hat Richer von Ettling, Hofmeister bei Erzbischof Pilgrim II. und Pfarrherr von Altenmarkt, dieses Kunstwerk seiner Ennstaler Pfarre geschenkt. Verbunden ist damit ein "Ablass von 40 Tagen, wer demütig knieend in der Kirche vor der Marienstatue sieben Avemaria betet".

"Es gibt nur noch wenige Kunstwerke von solchem Rang, die noch heute an dem Ort ihrer Stiftung bewahrt werden", sagt Salzburgs Kirchengeschichtler Prälat Johannes Neuhardt. Die Entstehung der "Schönen Madonna von Altenmarkt" fiel in eine Zeit großer Frömmigkeit. Es handelt sich im 14. Jahrhundert um eine Bewegung, die alle christlichen Stände erfasste: das Ideal der persönlichen Vereinigung mit dem geliebten Erlöser in einer mystischen Betrachtungsweise. Aus diesen Quellen haben auch Künstler geschöpft.

Politisch waren die Zentren zu dieser Zeit Avignon in Frankreich, wo die Päpste residierten, und Prag, von wo aus Kaiser Karl IV. regierte. Salzburg entpuppte sich dazwischen als wichtiger Knotenpunkt. Der damalige Erzbischof Pilgrim II. führte das Erzbistum durch kluge Politik und Wohlstand zu größter Ausdehnung. Reiche Einnahmen aus dem Goldbergbau in Gastein waren Grundpfeiler dafür.

Pilgrim unternahm mehrere Reisen an den Kaiserhof in Prag - und wurde von seinem Hofmeister Richer von Ettling begleitet. Bei einer dieser Reisen dürfte dieser in einer der berühmten Prager Werkstätten die Anfertigung der "Schönen Madonna" in Auftrag gegeben haben. Mit 14. August 1393 ist die Stiftungsurkunde datiert. Dieses kostbare Schriftstück ist nach wie vor in Besitz der Pfarre Altenmarkt. "Neben dem kunsthistorischen Stellenwert hat die Madonna für uns hohe Bedeutung für unseren Glauben", sagt Pfarrer Josef Hirnsperger, "Altenmarkt war immer eine marianisch geprägte Pfarre, das spürt man auch heute.

All die Jahrhunderte hat die Madonna in Altenmarkt überlebt. Wenn auch manchmal ziemlich knapp. Während der Wirren der Glaubenskriege etwa wurde sie 1605 zerstört: "Unser lieben Frauenbildniß, welches zunächst des Hochaltares gestanden, herabgeworfen und zerbrochen worden….", steht in der Kirchenchronik. Die so auf dreißig Einzelteile zertrümmerte Statue wurde später mehrmals wieder zusammengefügt und restauriert, zuletzt sehr fachgerecht vom Bundesdenkmalamt 1978.

Die Altenmarkter Madonna mit dem Jesuskind aus Pläner Kalkstein hat eine Höhe von 86 Zentimeter. Besondere Symbolik ist das weiße Gewand. Diese Farbe, die nie vergeht, gilt als Sinnbild göttlicher Heiligkeit. Die Staue gehört kunstgeschichtlich zur Frühstufe der böhmischen Schönen Madonnen. Sie war Mittelpunkt internationaler Ausstellungen in Wien, Salzburg, Köln.

Quelle: SN

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