Kultur

Domquartier: Museum zeigt Becher des 18. Jahrhunderts

Neuzugang in der Kunst- und Wunderkammer: Die zehn Prunkstücke aus dem 18. Jahrhundert wurden aus Steinbockhörnern geschnitzt.

An seinen Händen trug Prälat Johannes Neuhardt weiße Handschuhe, als er am Donnerstag einen historischen Schrank in der Kunst- und Wunderkammer des Dommuseums öffnete. Daraus entnahm er einen Höfischen Becher, der aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt. Der Becher ist eines von zehn Objekten aus geschnitztem Steinbockhorn, die ihren Weg nach Salzburg zurück gefunden haben. Viele Gefäße stammten sicher oder wahrscheinlich aus Salzburg, wo man einst auf Steinbockhorn spezialisiert gewesen sei, sagte Neuhardt. Er ist einstiger Gründungsdirektor des Dommuseums.

Neuhardt hat im Oktober durch eine Stiftung des Kardinal-König-Kunstfonds Becher, Dosen und Essbesteck aus Steinbockhorn aus der Sammlung der Familie Goess-Saurau/Mayr-Melnhof erworben, die er als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt. Salzburg habe nun die größte öffentliche Sammlung an Pretiosen aus Steinbockhorn. "Die Objekte sind sehr wertvoll, da das Rohmaterial nicht mehr vorhanden ist." Denn der ostalpine Steinbock, der als "Hoheitstier Salzburgs" galt, starb um 1800 aus. Die Hörner westalpiner Steinböcke seien nicht dick genug zum Schnitzen.

Wenige Meter weiter, im Museum St. Peter, steht eine weitere Besonderheit des Domquartiers: ein Claviorganum aus dem Jahr 1591. Wolfgang Wanko, Direktor des Museums St. Peter: "Es ist eine Kombination eines Saitentasten- und eines Orgelinstruments, etwas ganz Spezielles." Der Korpus sei aus Birne und Eiche, schwarz gebeizt, die Untertasten mit Ochsenbein, die Obertasten mit furniertem Ebenholz belegt. Das Claviorganum von Josua Pock sei das älteste noch bespielbare Instrument dieser Art. Dem Klang können Besucher nun im Museum lauschen - eine Hörstation wurde eingebaut. In Zukunft soll das Instrument zudem zu verschiedenen Anlässen von Musikern bespielt werden.

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