Kultur

Dreifaltigkeit über Neumarkt

Der Künstler Hans Weyringer stellte seine dritte Säule im Skulpturenpark auf.

Der Aluguss wiegt 700 Kilogramm, die Granitsäule, auf der er steht, ist sieben Meter hoch und hat einen Durchmesser von einem Meter.

Direkt hinter dem Atelier Weyringer im Stadtteil Sighartstein leisten der Künstler, seine Helfer und der Transportunternehmer und Spezialist für Kräne und Arbeitsbühnen Christian Rachbauer Millimeterarbeit. Die "Heilige Dreifaltigkeit", die Weyringer in einjähriger Arbeit fertiggestellt hat, wird mit einem Kran langsam auf die Säule gehoben. Bis sie richtig einrastet und verschraubt werden kann, braucht es insgesamt drei Versuche. "Da geht es um Millimeter", sagt Weyringer, als er sein Werk glücklich vom Boden aus betrachtet.

Die Dreifaltigkeit ist nach der Erzengel-Michael-Säule und der Mariensäule die dritte Skulptur in Weyringers Garten, die auf einer hohen Granitsäule steht. Sie bildet den Mittelpunkt. Die Säulen stammen ursprünglich aus der Papierfabrik Steyrermühl. Dort sind sie einst als Papierwalzen im Einsatz gewesen.

Die Skulptur zeigt die Dreifaltigkeit auf einem geistigen Wolkenmeer. Jesus ist als Zeichen der Trinität mit drei goldenen Herzen ausgestattet, Gott als brennender Dornenbusch und der Heilige Geist in Form einer mächtigen Taube mit weit geöffneten Flügeln.

Aufmerksame Beobachter der Arbeiten sind unter anderem TV-Edelmoderator Sepp Forcher, der ehemalige ORF-Landesdirektor Siegbert Stronegger und Militärpfarrer Richard Weyringer. Sie alle sind begeistert vom neuesten Werk des Künstlers, genauso wie von seinem Durchhaltevermögen und seinem Willen, Visionen zu entwickeln und dann auch tatsächlich umzusetzen. Im Herbst soll die Säule, sofern es Corona erlaubt, in einem Festakt offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden.

Die Dreifaltigkeitsdarstellung ist einzigartig. "Das Gesicht des Christus mit den drei goldenen Herzen habe ich der Abbildung auf dem Turiner Grabtuch entlehnt", sagt Weyringer. Gott lässt er im Abstrakten, angedeutet als brennender Dornenbusch, über golden schimmernde Heiligenscheine mit dem Sohn und dem Heiligen Geist verbunden.

Der studierte Architekt Weyringer ist Ehrenbürger von Neumarkt. Für internationales Aufsehen hat er zuletzt mit einem großen Glasfenster gesorgt. Es zeigt Papst Benedikt XVI. und befindet sich in der Sakristei der Kirche Santa Maria dell'Anima in Rom. Der ehemalige Papst hat Weyringer dafür entgegen seinen Gewohnheiten Modell gesessen.

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