Kultur

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler ist Salzburger Ehrenbürgerin

Bei einem Festakt im Karl-Böhm-Saal ist am Montag Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler die Ehrenbürgerschaft der Stadt Salzburg verliehen worden.

"Es ist eine große Ehre und eine Riesenfreude", dankte die Präsidentin und bezeichnete sich als "begeisterte Salzburgerin". "Du bist die beste Botschafterin für unsere Kulturstadt Salzburg", hatte Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) zuvor gesagt.

"Du stehst wie keine andere Vertreterin für das Salzburger Bildungsbürgertum", meinte der Stadtchef an die Adresse Rabl-Stadlers. Er hob ihre Verdienste als Unternehmerin, Journalistin, Politikerin, Standesvertreterin und als Festspielpräsidentin hervor. Rabl-Stadler habe immer mit viel Gespür für die Gründungsidee der Festspiele gearbeitet und sei eine Garantin für Ausgleich.

"Über Helga Rabl-Stadler kann ich nur leidenschaftlich reden", begann der Schauspieler Tobias Moretti seine Laudatio. Sie sei eine Mittlerin zwischen Künstlern und Publikum und trage damit erheblich zur Relevanz von Kunst bei. "Das können nur ganz wenige Menschen." Mit ihrer Lust sich durch Kunst provozieren zu lassen, ziehe die Präsidentin das Publikum, die Künstler und die Sponsoren mit. "Damit hast Du dieses Amt neu definiert", erklärte der Schauspieler und fügte hinzu: "Du hast die Ehrenbürgerschaft mehr als verdient."

Rabl-Stadler erzählte in ihrer Rede davon, dass sie von ihren Eltern schon früh zur "Bürgerin" erzogen worden sei. Ein wenig im Sinne des "Bourgeois", aber viel mehr im Sinne des "Citoyens". Sie habe - weil ihre Mutter mit dem Modegeschäft im Sommer Hauptsaison hatte - schon früh in die Festspiele gehen dürfen. Die Karten seien eine Entschädigung für einen Sommer ohne Urlaub gewesen. Die Vorstellungen hätten sie begeistert. Sie habe dadurch aber auch früh einen Anschauungsunterricht zum Begriff der Umwegrentabilität der Festspiele erhalten.

Sie erinnerte sich, dass sie als Schülerin in einer Rede zum Nationalfeiertag "ziemlich altklug" von Österreichs Beitrag zum europäischen Frieden gesprochen habe. Vielleicht habe sich da schon die spätere Festspielpräsidentin abgezeichnet, scherzte Rabl-Stadler. "Beim Rückblick auf mein Leben kann ich sagen, dass irgendwie alles Sinn gemacht hat." Jede berufliche Station habe sie auf die nächste vorbereitet. Seit 23 Jahren dürfe sie nun Präsidentin der "herrlichsten Festspiele der Welt" sein.

Die Festspiele verdankten dem Glauben an die Kraft der Kunst ihre Existenz. "Könnte eine Institution die Ehrenbürgerschaft erhalten, dann würde sie den Salzburger Festspielen zustehen", meinte die Präsidentin. Deshalb nehme sie die Auszeichnung stellvertretend für jene Menschen entgegen, die alljährlich mithelfen, die Festspielidee als europäisches Friedenswerk zu verwirklichen.

Zum Festakt waren Familie, Freunde und viele Wegbegleiter der Festspielpräsidentin gekommen. Unter den Gästen waren der frühere Bundespräsident Heinz Fischer, der ehemalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, der ehemalige Vizekanzler Erhard Busek (beide ÖVP), der Pianist Alfred Brendel, Erzbischof Franz Lackner und Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). Die Familie war mit Bruder Wilfried, den Söhnen Sebastian und Maximilian sowie Enkelin Anna vertreten. Ihr Enkel Pauli hatte am Montag allerdings andere Prioritäten: Dieser sei am Fußballplatz, schmunzelte Rabl-Stadler.

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