Kultur

Gipfelsturm und Harfenklang

Die Künstlerin und Harfenistin Martina Stock gestaltet für die Lange Nacht der Museen in den Pfarrwerfener 7 Mühlen ein außergewöhnliches audiovisuelles Projekt.

Martina Stock mit Harfe und Serigrafie. SN/sw/rohdesohn
Martina Stock mit Harfe und Serigrafie.

"Es klappert die Mühle": So lautet der Titel des audiovisuellen Projektes, das Martina Stock speziell für den Ausstellungsort 7 Mühlen konzipiert hat. Was sie zeigen wird, ist alles, außer gewöhnlich. "Ich mag das kreative Unkonventionelle und gehe meine eigenen künstlerischen Wege", so Martina Stock. Ein sehr moderner Ansatz, der ihren Werken eine unnachahmliche Einzigartigkeit beschert.

Bezeichnend für das Schaffen von Martina Stock ist auch der Dualismus von Musik und bildender Kunst. Sie spielt Harfe und schafft großformatige Bilder in einer speziellen künstlerischen Siebdrucktechnik, der Serigrafie. Grundlage dafür sind ihre Architektur Fotografien, die durch kraftvollen Farbflächen aufgebrochen werden. Die spontane, manuelle Positionierung des Siebes auf der Leinwand und das Feingefühl für Farbe, erzeugen einzigartige nicht reproduzierbare Arbeiten mit faszinierender Haptik.

Diese Arbeiten wird sie in den Mühlen ausstellen bzw. teils frei hängend präsentieren, so entsteht gleichsam eine Landschaft aus bewegten Bildern. Dazu Martina Stock: "Mit dieser Ausstellung möchte ich ein Spannungsfeld aus Bilder, Musik und Licht schaffen. Eine Spanne zwischen, historischen Gebäuden und moderner Architektur', Analogem und Digitalem sowie elektronischen und akustischen Klängen".

Für dieses ortsspezifisches Projekt hat sie speziell ein Harfenstück komponiert. Aufnahmen vom Knarren der Mühle, dem rauschenden Wasser, dem Holz, dem Wind bilden die Basis für diese Komposition. Durch das Schichten der einzelnen Spuren durch die Loopstation und das Beimischen elektronischer Flächen entsteht ein einzigartiges Klangerlebnis, vermischt mit einer akustischen Melodie.

Als ob dies nicht schon außergewöhnlich genug wäre, beginnt die ganze Performance im Dunkeln. Martina Stock hat eine spezielle Beleuchtungstechnik für ihre Konzertharfe entwickelt, die ihr das Spielen auch in einem abgedunkelten Raum ermöglicht. Damit beeindruckte sie beispielsweise auch das japanische Publikum beim Smart Illuminationfestival in Yokohama. "Durch die Dunkelheit wird die Konzentration und der Hörsinn geschärft. Wenn das Licht angeht, blickt man automatisch zu den Bildern. Beide Sinne werden angesprochen. Durch das "Sehen" und das "Hören" in Kombination mit der Dunkelheit und das Nachschwingen der Musik, wird eine neue Art der Wahrnehmung geschaffen.
So entsteht ein facettenreiches Gesamtkunstwerk, das in dieser Form für die Lange Nacht der Museen einmalig ist. Mit ihren Ausstellungen und auch mit ihren audiovisuellen Projekten war sie schon in Peking, Schanghai, Washington, Berlin, München, Wien und natürlich auch Salzburg.

Die Künstlerin, die derzeit ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in Berlin und der Stadt Salzburg hat, stammt aus Bischofshofen und wurde von Lydia Weiss, Obfrau des Kultur- und Museumsverein und Karl Forcher, dem Mühlenkustos, eingeladen, im Rahmen der Langen Nacht der Museen die 7 Mühlen künstlerisch zu bespielen, mit der Idee, den Besuchern etwas Außergewöhnliches zu bieten. Dies wird auf jeden Fall gelingen, ein spannender Abend ist garantiert.

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Aufgerufen am 22.11.2019 um 09:27 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/gipfelsturm-und-harfenklang-76117498

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