Kultur

Goldegg hat sein Bild wieder: Große Freude über drei Könige

Eines der wichtigsten Bilder des Salzburger Landes ist restauriert in seinen Heimatort zurückgekehrt. Verloren ist nur der Schwanz eines Hundes.

Es ist eines der bekanntesten und ältesten Landschaftsbilder des Salzburger Landes. Jetzt ist das Werk eines unbekannten Meisters nach Goldegg heimgekehrt. Die Anspannung und die Freude waren groß, als am Donnerstagvormittag das Gemälde "Anbetung der Heiligen Drei Könige mit einer Ansicht von Goldegg mit Schloss und Weiher" nach einer dreimonatigen Restaurierung im Rittersaal des Schlosses Goldegg wieder aufgehängt werden konnte. Die Rückkehr ist ein schöner Auftakt zur Frühjahrssaison.

Nicht nur sein kunsthistorischer Wert hat das Bild berühmt gemacht. In jüngerer Zeit gab es einen Rechtsstreit darum, wem das Gemälde überhaupt gehört; sein Wert wurde vor einem Jahrzehnt auf rund eine Viertelmillion Euro geschätzt. All die Auseinandersetzungen sind Vergangenheit. Die um 1600 auf Leinwand gemalte "Anbetung" gehört dem Salzburg Museum und wird als Leihgabe dauerhaft in Goldegg bleiben. Das versicherte Chefkurator Peter Husty sehr gern. "Außer einmal für drei Monate, wenn wir eine Ausstellung über Ansichten aus dem Land machen." Es handle sich um eines der bedeutendsten Bilder Salzburgs, um eines der frühesten Landschaftsbilder. Das Bild sei mit dem Rittersaal aufs Engste verbunden. Es ist die früheste Ansicht des malerischen Pongauer Ortes und sehr detailgetreu.

"Wir sind sehr froh, dass wir es wieder dahaben", sagte Bürgermeister Hannes Rainer. Mit ihm freuten sich Vizebgm. Cyriak Schwaighofer und weitere Vertreter des Kulturvereins Schloss Goldegg und des Museumsvereins Goldegg, darunter dessen 88-jähriger Obmann Graf Hubertus Droste-Galen und Kustodin Emmi Klettner, sowie der ehemalige Hausmeister Anton Steinberger. Gegen eine kurzfristige Abwesenheit des Bildes für eine Ausstellung hätte die Gemeinde natürlich nichts einzuwenden.

Das Gemälde war in keinem guten Zustand mehr, stellten nicht nur Experten fest. Jetzt erstrahlt es wieder. Rund 100 Arbeitsstunden hat die Salzburger Restauratorin Heidemarie Weixler-Unterer hineingesteckt. "Es war eine große Freude, an einem so tollen Bild arbeiten zu können." Massive Schäden, zum Beispiel Risse, mussten im unteren Bereich an der ursprünglichen Leinwand behoben werden. Dazu kamen einige Wasserschäden. Die vorletzte Restaurierung dürfte 40 bis 50 Jahre zurückliegen. Keine Rettung mehr gab es (wegen einer Lücke) für den Schwanz eines abgebildeten Hundes. Den Schwanz einfach wieder hinzuzufügen, käme für Restauratoren nicht infrage. Nach dem Motto: "Das macht man nicht."

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