Kultur

Im Fokus zweier Museen: Berge und Gletscher

Die Kustodinnen Waltraud Moser-Schmidl (Bramberg) und Andrea Dillinger (Saalfelden) stellten spannende Ausstellungen auf die Beine. Und es geht weiter.

Von Kinderhand gezeichnete Berge und Herzen und dazu die mühevoll, aber trotzdem geschriebenen Buchstaben "Ein toller Ausflug!" oder "Sagenhaft schön, diese Ausstellung". Das sind nur zwei der aktuellsten Eintragungen im Museum Bramberg.

Im Museum Schloss Ritzen in Saalfelden liegt ebenfalls ein Gästebuch auf. "Liebevolle Zusammenstellung & Präsentation" heißt es dort. Oder "Nicht überladen - frisch - schöne Ausstellung". In dieser und auch in ausführlicherer Manier geht es weiter. Viele Eintragungen beziehen sich auf die beiden Museen als Ganzes. Und die angeführten Beispiele auf die aktuellen Sonderausstellungen.

Sonderausstellung Museum Bramberg: "Der Gletscher weint"

Hier wie dort haben diese die Berge zum Inhalt. In Bramberg heißt die Präsentation "Der Gletscher weint" mit dem Untertitel "120 Jahre stumme Klimazeugen rund um das Habachkees".

Kustodin Waltraud Moser-Schmidl: "Der Bogen der Ausstellung spannt sich von der Geschichte bis hin in die Zukunft und zeigt die Veränderungen. Er macht aufmerksam auf die Herausforderungen, denen wir uns hinsichtlich des Klimawandels stellen müssen." Die Archäologin hat die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Experten und Archivar Josef Seifriedsberger gestaltet.

Noch bis Oktober 2022 kann man die aussagekräftigen und großformatigen Bilder und Grafiken betrachten. Weitere Exponate, darunter alte Steigeisen und historische Bücher, ergänzen die Präsentation.

Waltraud Moser-Schmidl: "Die Sommersaison ist erstaunlich gut gelaufen. Zu Beginn war die personelle Situation schwierig, da unsere ehrenamtlichen Helfer zum Teil schon älter sind und damit zur Corona-Risikogruppe gehören. Dank der Unterstützung unseres Verbandes ließ sich aber letztendlich alles regeln."

Sonderausstellung Museum Schloss Ritzen: "Lebenswelt Bergwelt"

Die Obfrau des Salzburger Landesverbandes für Museen und Sammlungen heißt Andrea Dillinger. Die Historikerin und Gymnasiallehrerin ist auch als Kustodin vom Museum Schloss Ritzen in Saalfelden tätig. Als solche gestaltete sie die Sonderausstellung "Lebenswelt Bergwelt". Diese rückt die Bedeutung der Berge rund um Saalfelden für die Bevölkerung sowie die unterschiedliche "Nutzung" der Berge in den Fokus.

Oder auch die "Nicht-Nutzung". So gab es in der Zwischenkriegszeit Pläne für eine Seilbahn und für eine Straße. Der Bahn erteilte der damalige Landeshauptmann Franz Rehrl eine Absage; dem Straßenbau machte der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs den Garaus. Die Originalpläne sind aber noch erhalten und werden ebenso wie andere "Schätze" in der informativen Ausstellung gezeigt.

Nächstes Thema: Wasser

Die Ausstellung ist - abhängig von Covid-19 - bis Ende Februar 2021 zu sehen. Und die nächste befindet sich in Arbeit. Andrea Dillinger: "Es geht um das Thema Wasser. Die Bandbreite ist groß und reicht von künstlichen Kanälen über Fluss-Umbettungen bis hin zu Hochwässern durch die Urslau und die Saalach."

"Weg der Kostbarkeiten" in insgesamt sechs Museen

Neben dem Berg-Thema verbindet die beiden Museen (und noch vier weitere) zudem die Präsentation von Bildern großer heimischer Künstler. Diese häuserübergreifende Ausstellung nennt sich "Weg der Kostbarkeiten".

www.museumbramberg.at

www.museum-saalfelden.at


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Aufgerufen am 22.01.2021 um 09:25 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/im-fokus-zweier-museen-berge-und-gletscher-95149915

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