Kultur

Im Zeichen der Freiheit: Die Lange Nacht der Kirchen in Salzburg

Bei der diesjährigen Langen Nacht der Kirchen am 24. Mai sind unter anderem auch Künstlerin Elisabeth von Trapp und Operntenor Peter Sonn mit dabei. Zum Thema gemacht wird auch das Scheitern - bei der "Fuckup Night" im Rahmen der langen Nacht.

"Die Lange Nacht der Kirchen ist ein großes gemeinschaftliches Erlebnis." - Das betont Programmkoordinator Johannes Wiedecke. Am Mittwoch stellte er die Programmhöhepunkte und das Thema der kirchlichen Großveranstaltung vor. Die Lange Nacht der Kirchen in Salzburg findet heuer unter dem Motto "Mission Freiheit"am 24. Mai statt. Dabei öffnen 50 christliche Kirchen in der Stadt Salzburg wieder ihre Tore.

"Freiheit ist ein Begriff, für den über die Jahrhunderte der Geschichte hinweg Menschen gekämpft und sich sogar mit ihrem Leben eingesetzt haben", erinnerte Wiedecke und fragte, was die Freiheit auszeichne, "die der christliche Glaube verspricht und zu der uns Christinnen und Christen dieser Glaube vielleicht sogar verpflichtet." Die Lange Nacht der Kirchen, so Wiedecke, lade ein, mit ihrem vielfältigen und ereignisreichen Programm und in zahlreichen Veranstaltungen diesen Gedanken zur christlichen Freiheit nachzuspüren.

Im Besonderen verwies der Koordinator auf Lichtinstallationen an und in den Kirchen: "Für mich wird im Medium Licht ein wichtiger Aspekt von Freiheit sichtbar. Freiheit kann sich einerseits grenzenlos ausbreiten, andererseits bekommt sie ihre Form dadurch, dass man die Grenzen definiert."

Stimmungsvolle Lichterfeier im Salzburger Dom

Am frühen Abend des 24. Mai beginnt die Lange Nacht der Kirchen. Es gibt eine Vielzahl von Programmpunkten - eine stimmungsvolle Lichterfeier im Salzburger Dom bildet dann ihren spirituellen Abschluss. "Gemeinsam wollen wir ein Licht zum Zeichen der Freiheit entzünden und zusammen mit der Künstlerin Elisabeth von Trapp in den Gospelsong ,Free at Last' einstimmen", kündigt Wiedecke an.

Musikalische Prominenz bei der Langen Nacht der Kirchen

Um 19 Uhr wird etwa in der Pfarrkirche St. Andrä unter der musikalischen Leitung von Stephan Höllwerth Anton Bruckners "Te Deum laudamus" aufgeführt - unter anderem mit dem bekannten Operntenor Peter Sonn.

"Die Lange Nacht der Kirchen zelebriert Freiheit durch Musik", sagt Elisabeth von Trapp. Die US-amerikanische Sängerin ist die Tochter von Werner von Trapp und Enkelin von Maria von Trapp. "Meine Familie, die Trapp Family Singers, bestand aus Künstlern, die angetrieben waren durch die Gabe der Musik. Zwei Jahrzehnte bereisten sie die Welt, konzertierten mit Würde und Überzeugung und verbreiteten ihre Botschaft von Freiheit, Hoffnung und Liebe durch ihre Harmonien und Lieder." Beim Konzert "sing it for freedom" im Sacellum wird die international renommierte Künstlerin bei der Langen Nacht singen und eine Vielzahl an Musikstücken - von gregorianischem Choral bis hin zu zeitgenössischer Musik - darbieten. Zudem wird sie - wie schon erwähnt - auch beim Abschluss im Dom zu hören sein.

Scheitern zum Thema machen: "Fuckup Night"

Seit August 2018 stellt die Erzdiözese Salzburg Räume als Coworking Space zur Verfügung. "Schnell wurde Mirabell5 zum Lernort für kirchliche Mitarbeiter, Start-ups und deren Stakeholder", sagt Dominik Elmer, Initiator des Projekts. Das Spezifische an Mirabell5 sei, dass es speziell für Start-ups geschaffen worden sei, "deren Unternehmensidee zu einem positiven Wandel in der Gesellschaft und zur Lösung sozialer Probleme beiträgt", erklärt Elmer. Die Lange Nacht der Kirchen biete Einblick in die Räumlichkeiten von Mirabell5 und auch Austausch mit Start-ups aus dem Coworking Space.

"Eine weitere Schnittmenge, die Kirche und Start-ups verbindet, ist das Thema ,Scheitern'", betont Elmer. Es sei daher "ein Gebot der Stunde, angesichts des gesellschaftlichen Trends zur Stigmatisierung von Menschen, die als Verlierer abgestempelt werden, pastorale Angebote zu diesem Thema zu entwickeln".
Ein außergewöhnliches Format, das das Scheitern zum Thema macht, erwartet die

Besucher bei der "Fuckup Night" in der Andräkirche. Die Idee hierzu kommt aus Mexiko: "Drei bis vier Menschen machen ein Scheitern aus ihrem Berufsleben vor einem Publikum sichtbar. Sie sprechen für je zehn Minuten und in zehn Bildern. Danach darf und soll gefragt und diskutiert werden", erklärt Aleksandra Nagele, Initiatorin der "Fuckup Nights (F.U.N)" Salzburg.

Die "Fuckup Night" setze sich zum Ziel, dass das Scheitern als möglicher Teil des Weges akzeptiert werde, so Nagele. Genau das passiere aber heutzutage immer weniger: Fehler würden tabuisiert und unter den Teppich gekehrt. Damit werde das Scheitern nicht nur zu einem wirtschaftlichen, sondern zu einem zutiefst menschlichen Thema.

Familienprogramm für kleine Nachtschwärmer

Besonderes Augenmerk liegt in der heurigen Langen Nacht der Kirchen auf dem Familienprogramm. Der ökumenische Eröffnungsgottesdienst wird als Familiengottesdienst mit schwungvoller Musik und kindgerecht gestaltet und findet erstmals in der Pfarrkirche St. Andrä statt. Für die Kinder gibt es auch eine Kinderschminkstation und einer Hüpfburg im Pfarrgarten St. Andrä. Eltern können bis 20.30 Uhr außerdem beim Kinderprogramm ihre Kinder professionell betreuen lassen und selbst am Programm in der Pfarrkirche teilhaben.

Kulinarische Angebote liefern Foodtrucks mit eigens kreierten "Freiheits-Specials". Außerdem von großer Beliebtheit sind Fiaker, Rikschas und Obusse, die Besucherinnen und Besucher zwischen Schauplätzen und Kirchen transportieren.

Weitere Infos und Programm unter: www.langenachtderkirchen.at/salzburg

Quelle: SN

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