Kultur

In alten Gärhallen gedeiht das Lebensmittel Kunst

Drei Wochen lang wird die Brauerei in Obertrum zur Pop-up-Galerie für junge Kunst aus Österreich.

In alten Gärhallen gedeiht das Lebensmittel Kunst SN/goldilocks effects
Drei von elf teilnehmenden Künstlern: Tina Kögl, Peter Brauneis und Anna Schwarz.

Ob es Zufall ist oder ob sich ein Gesetz der Serie daraus ableiten lässt, weiß Anita Thanhofer selbst noch nicht. Aber jedes Mal, wenn sie sich bisher auf die Suche nach einem leer stehenden Gebäude für ihre Galerie auf Zeit machte, "fand ich einen Raum, in dem früher einmal Lebensmittel hergestellt wurden", erzählt die Salzburger Kunstvermittlerin. 2015 wollte sie erstmals die Idee zu einer Salzburger Pop-up-Galerie in die Tat umsetzen. An zwei Tagen sollten dabei österreichische Kunstschaffende ihre Arbeiten in einem ungewöhnlichen Umfeld zeigen. In der alten Rauchmühle fand sich ein Ort, an dem sich zeitgenössische Kunst unverstaubt präsentieren ließ. Während Galerienbesucher sonst meist allein vor den Werken stehen, sah Thanhofer vor, dass die Kunstschaffenden selbst in Dialog mit dem Publikum treten. Zudem waren die Verkaufspreise für einen Teil der Werke auf 300 Euro limitiert, um Einsteiger in der Welt des Sammelns anzusprechen. Das Rezept sei "sehr gut aufgegangen". Im zweiten Jahr wird die Pop-up-Galerie namens "Goldilocks Effects" deshalb länger bestehen bleiben. Auf der Suche nach einem geeigneten Leerstand wurde sie diesmal in Obertrum fündig: In den alten Gärhallen der Trumer Brauerei stellen elf Künstler ab Samstag aus. Im Fokus stehe auch heuer junge und dennoch ausgegorene Kunst. "Alle Teilnehmer haben einen Akademie-Hintergrund." Für angehende Sammler sei das durchaus ein Kriterium. Bei der Idee zur Pop-up-Galerie gehe es dennoch nicht vordergründig um eine Verkaufsplattform, sondern um das Schaffen einer Atmosphäre für das Befassen mit zeitgenössischer Kunst, die "für mich auch eine Art Lebensmittel ist", sagt Thanhofer. Am Eröffnungswochenende seien die Teilnehmer (u. a. Elisabeth Schmirl, Martina Mühlfellner und Anna Schwarz) selbst zugegen. Weil die Pop-up-Galerie diesmal aber drei Wochen lang bestehen bleibt, gehen an den übrigen Öffnungstagen Kunstvermittlerinnen ans Werk. Zwischen Kunst und Lebensmittel ist da der Weg etwa auch bei den "Tortengesprächen" nicht weit: "Bei Kaffee und Kuchen wird über die Werke gesprochen."

Goldilocks Effects: 10. 9. bis 1. 10., Trumer Brauerei Obertrum, Infos:
www.kunst-durchblick.at

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