Kultur

Jazzfestival Saalfelden: Kein Sommer wie damals

Schon der bayerische Kauz Karl Valentin wusste: "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit." Vor allem dann, wenn sie in Corona-Zeiten ihren Platz sucht.

Der Wiener Fotograf Rainer Rygalyk ist Stammgast in Saalfelden. Das Festival besucht er seit den Anfängen. Er ist keiner von dem man behaupten könnte, er sei ein "baazwoacha Weana." Das Gegenteil ist der Fall. Er ist ein harter Knochen. Samstagabend hatte er dennoch Tränen in den Augen. Manch anderen ging es auch so. Niemand blieb unberührt von der Qualität der Musik und von diesem Raum.

Die Musik kam vom Trompeter Lorenz Raab, dem Vibrafonisten Franck Tortiller und dem Gitarristen Philipp van Endert. Erstmals nach 41 Jahren gastierte das Jazzfestival Saalfelden mit mehreren Konzerten in der Pfarrkirche. Die Offenheit von Dechant Alois Moser, sein Schulterschluss mit dem Intendanten des Festivals, Mario Steidl, erwiesen sich für beide Seiten als glückliche Fügung. Das Experiment wird wohl zur fixen Einrichtung. Außer Zweifel steht aber: an der Akustik im Kirchenschiff muss gefeilt werden.

"38 Konzerte an elf Spielorten." Klingt nach Arbeit. Es war letztlich eine wahre Mammutaufgabe, die es, bedingt durch die Corona-Auflagen im Kulturbereich, zu bewältigen galt.

Jeder der 2200 Besucher musste online registriert, der zugewiesene QR-Code beim Ein- und Austritt gescannt, ein Ticket vergeben, der Sitzplatz nach jedem Konzert desinfiziert, das Tragen der Schutzmasken kontrolliert werden. Das Team des Tourismusverbandes (Veranstalter) machte mit Direktor Marco Pointer und Produktionsleiterin Daniela Neumayer eine 1A-Arbeit. Es gab viel Anerkennung, auch seitens der, vom Wust an Regeln "gequälten" Besucher. Die Freude, dass in Zeiten wie diesen der Mut für die Ausrichtung eines Festival aufgebracht wurde, war bei Künstlern und Publikum groß. Der "Würgegriff" der Vorschriften erwies sich in der Praxis als atemberaubend. Intendant Mario Steidl: "Die Kultur braucht endlich faire Regeln. Derzeit wird, wenn ich etwa auf die Gastronomie schaue, mit zweierlei Maß gemessen."

KULTUR-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Kulturmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 18.09.2020 um 03:42 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/jazzfestival-saalfelden-kein-sommer-wie-damals-91938793

Ausgeplanscht im Alpenbad von Unken

Ausgeplanscht im Alpenbad von Unken

1972 wurde das Alpenbad eröffnet. Samt einem heutzutage unüblichen 33,3-Meter-Becken. 1978 kam das Hallenbad hinzu. 1990 die Rutsche. Mit den letzten heißen Tagen Anfang dieser Woche ist das Badevergnügen in …

Oberpinzgau hat erstmals Pflegeschule

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. In den Pinzgauer Seniorenheimen wohnen derzeit 895 Menschen. "Die Warteliste ist gleich lang", sagt der Obmann des Regionalverbands, der Piesendorfer Bürgermeister Hans …

Kommentare

Schlagzeilen