Kultur

Klangwelten eröffnen sich jenen, die sie körperlich spüren

Die Community-Oper "Was bleibt..." geht in Salzburgs Schulen. Auch hörgeschädigte Kinder aus der Josef-Rehrl-Schule steuern Klänge bei. Die Workshops stoßen auf Begeisterung.

Denis kreischt. Nein, es ist mehr ein delphinartiges Fiepen. Klänge, die der 11-Jährige lustvoll aus seinem Körper presst. Damit er sie auch hören kann, trägt der Schüler ein Implantat.

Denis ist einer von zwölf Zweitklasslern aus der Josef-Rehrl-Schule in Salzburg, die an der Aufführung der Community-Oper "Was bleibt" von Matthew King mitwirken. Drei davon sind hörbeeinträchtigt, zwei weitere leiden am Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungs-Syndrom. "Im Unterricht verständigen wir uns über Gebärdensprache und lautsprachbegleitete Gebärden", erzählt Lehrerin Katharina Leikermoser.

Eine Woche lang dient vor allem die universelle Sprache der Musik zur Verständigung. John Moore, Studiomusiker für Popstars wie "Bastille", hat sein Studio im Klassenzimmer aufgebaut und lässt die Kinder Klänge erzeugen. Die nimmt der Brite auf und verfremdet sie elektronisch. "Wir brauchen die Klänge, um das Märchen vom Rattenfänger mit einer bedrohlichen Atmosphäre einzuleiten", sagt Initiatorin Frances Pappas. Die Opernsängerin wagt sich gemeinsam mit dem Schauspieler Gero Nievelstein zum zweiten Mal an ein niederschwelliges Opern-Projekt. Bereits 2015 brachten die Initiatoren 160 großteils junge Salzburger auf die Bühne, um Benjamin Brittens Oper "Noahs Flut" im Republic aufzuführen.

Heuer steuern die Paracelsus Schule Puch, das Sport- und Musik-RG Akademiestraße und die Rehrl-Schule insgesamt 80 Mitwirkende bei. Darunter auch Fabrizio, der gerade die E-Gitarre bedient. "Ich habe die Klänge in meinem Körper gespürt", vermittelt er begeistert. "Spielt Ihr auch Instrumente?", fragt Moore die Kinder. "Ja, mein Handy", scherzt Mitschüler Abdel. Vom massiven Höreindruck der zusammengefügten Einzelklänge sind sie dann alle beeindruckt.

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