Kultur

Land Salzburg schießt Geld in die Kultur nach

Um Pleiten zu verhindern und Veranstaltungen zu ermöglichen, stockt das Land mitten im Jahr sein Kulturbudget auf. Auch die Stadt Salzburg rechnet mit zusätzlichem Geldbedarf.

 LH-Stv. Heinrich Schellhorn (re.) und Maler Stefan Kreiger im Landesatalier. Hier wird den Künstlern die Miete ab März erlassen, eine von vielen Maßnahmen für die Kunst- und Kulturszene. SN/lmz/melanie hutter
LH-Stv. Heinrich Schellhorn (re.) und Maler Stefan Kreiger im Landesatalier. Hier wird den Künstlern die Miete ab März erlassen, eine von vielen Maßnahmen für die Kunst- und Kulturszene.

Dem Vorschuss folgt ein Nachschuss. Nachdem das Land Salzburg kurz nach der Coronaschließung die gesamten bis Jahresende fälligen Kulturförderungen sofort gezahlt hat, wird nun die nächste Finanzspritze angesetzt: Mitten im Jahr wird das Förderbudget um 2,5 Mill. Euro aufgestockt. Dies gab der stellvertretende Landeshauptmann Heinrich Schellhorn (Grüne) am Mittwoch bekannt.

In 40 Kultureinrichtungen in Stadt und Land sei erhoben worden, wie hoch Mindereinnahmen und Mehrausgaben infolge der Covid-19-Beschränkungen seien, erläuterte Heinrich Schellhorn. Dabei habe sich bis Jahresende - inklusive Mozarteumorchester und Landestheater - ein Bedarf von fünf Mill. Euro ergeben. Die Hälfte davon werde jetzt als Soforthilfe gewährt und auf "verschiedene Sparten je nach Dringlichkeit" aufgeteilt.

Zum Beispiel: Für Orchester, Ensembles und Chöre sowie für Musikveranstaltungen ist rund eine Mill. Euro vorgesehen. Um 200.000 Euro wird die Filmförderung aufgestockt. 150.000 Euro fließen in Kulturzentren. 30.000 Euro gehen an Einrichtungen bildender Kunst. "Mit dem Geld wird garantiert, dass die alle arbeiten können", sonst wäre nicht auszuschließen, dass einige zusperren müssten. So werde Liquidität gesichert, Veranstaltungen würden ermöglicht. Zudem sagte Schellhorn für 2021 eine zweiprozentige Erhöhung des Kulturbudgets zu. Allerdings: "Der Kulturbetrieb läuft erst sukzessive an", der "Normalbetrieb" sei längst noch nicht erreicht.

Der mit 600.000 Euro größte Betrag ist für die "direkte Förderung von Künstlern". Damit kann etwa eine zweite Tranche von Arbeitsstipendien gewährt werden. Mit dieser österreichweit vorbildlichen Aktion wurden bisher 102 Salzburger Künstler mit je 3000 Euro für drei Monate unterstützt.

Heinrich Schellhorn stellte zwar fest: Wenn das Land hier ein Bekenntnis für Kultureinrichtungen und Künstler abgebe, "sind auch die Gemeinden gefordert und motiviert mitzuziehen". Die Stadt Salzburg wurde aber vom 2,5-Mill.-Euro-Paket überrascht. Er habe soeben davon erfahren, gestand Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) nach Schellhorns Pressekonferenz. Das wundere ihn, da bisher Coronahilfen akkordiert worden seien, noch dazu habe er tags zuvor mit Heinrich Schellhorn gesprochen.

Die Stadt setze die im Mai begonnene Zusatzförderung fort, etwa Kunstankäufe. Zudem würden die Budgets für rund 40 Kulturinstitutionen in den nächsten drei Jahren - also 2021 bis 2023 - um je zwei Prozent erhöht. Erst im Herbst werde die Stadt, wie es mit dem Land bisher vereinbart gewesen wäre, die Schäden in den Kulturinstitutionen evaluieren. Etwaige Verluste infolge von Corona "werden wir ausgleichen müssen", beteuert Auinger. "Das wird ein Extrabudget, das kann aus keinem Kulturtopf kommen."


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