Kultur

Leopold-Kohr-Preis an Wachstumskritiker vergeben

Am Mittwochabend wurde der mit 10.000 Euro dotierten Leopold-Kohr-Preis vergeben.

Mit rund 100 geladenen Gästen wurde Mittwochabend in der Aula der Universitätsbibliothek Salzburg das 30-jährige Jubiläum des Vereins Tauriska sowie der Leopold Kohr-Akademie gefeiert. Deren Geschäftsführer Susanna Vötter-Dankl und Christian Vötter, Vorstandsmitglied Günther Nowotny sowie Kohr-Legator Alfred Winter vergaben dabei auch den diesjährigen Leopold-Kohr-Preis. Dieser ging an den deutschen Volkswirt und Wachstumskritiker Niko Paech, der in seiner Rede zum aktiven Verzicht aufrief. Die Welt müsse vom "Wohlstandsmüll entrümpelt" werden. Eine radikale Reduzierung materieller Ansprüche wäre kein Mangel sondern ein Gewinn. Das betonte der Verfechter der "Postwachstumsökonomie" - eines Wirtschaftssystems, das nicht auf Wachstum sondern auf einen Wandel des Lebensstils, der Versorgung und Produktion setzt. Genau wie einst der aus Salzburg stammende Philosoph Kohr müsse man stets fragen: "Was ist das Menschendienliche?" Den mit 10.000 Euro dotierten Preis hat der international erfolgreiche Holzbau-Unternehmer und Erfinder der Vollholz-Bauweise "Holz100", Erwin Thoma aus Goldegg, gestiftet. Die Laudatio auf den Preisträger hielt der Berliner Architekt Van Bo Le-Mentzel. Paechs Konsequenz, sein Denken auch selbst zu leben, sich etwa nicht von den digitalen Medien vereinnahmen zu lassen, mache Mut, meinte der Entwickler von "Hartz IV-Möbeln". Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn beglückwünschte in seiner Festrede Alfred Winter - den einstigen "kompetenten Geburtshelfer" von Tauriska und Kohr-"Wiederentdecker" - sowie das Ehepaar Vötter für ihre "qualitätsvolle und gesellschaftspolitisch relevante Kulturarbeit".

Quelle: SN

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