Kultur

Lisi Fuchs und ihr Orchester werden erwachsen

1998 gründet die Dirigentin die Philharmonie Salzburg. 20 Jahre später kehren nötige Strukturen ein.

"Ein Dirigent ohne Orchester ist wie ein Geiger ohne Geige." Das gibt der Komponist Balduin Sulzer seiner 22-jährigen Schülerin mit auf den Weg. Die Dame trägt den Namen Lisi Fuchs und zögert nicht lange. Im Oktober 1998 versammelt sie 45 Musiker zu einer Probe. Einen Monat später gibt die Junge Philharmonie Salzburg ihr Debütkonzert. "Ich wusste sofort, das ist meins", erinnert sich Fuchs zurück.

Den Beinamen "Junge" hat die Philharmonie Salzburg längst abgelegt. Lisi Fuchs nennt sich Elisabeth. Nach 20 Jahren erhält das Orchester auch professionelle Strukturen im Hintergrund. Diesem Schritt ging eine Krise voraus, wie Fuchs erzählt: "Vor einem Jahr habe ich gesehen, dass es sich finanziell nicht ausgeht." Nun erhöht das Land die Förderung von 12.000 auf 41.000 Euro.

Seit Jahresbeginn fungiert Lisa Katharina Promok als Geschäftsführerin. Eine Handvoll Büro-Mitarbeiter soll Sponsorenakquise und andere wirtschaftliche Belange übernehmen. "Wir gehen neue digitale Wege", sagt Promok. "Künftig soll der Smartphone-Screen die Konzertkarte ersetzen."

Künstlerisch überwinden die mehr als 100 Konzerte im Jubiläumsjahr Spartengrenzen: Swing-Musiker, Akrobaten, DJs, aber auch die Mimen Birgit Minichmayr und Charly Rabanser treten mit der Philharmonie Salzburg auf. Im Sommer begleitet das Orchester die Kursaison in Bad Hofgastein. Gegen Ende des Stille-Nacht-Jahrs gastiert man mit Bachs Weihnachtsoratorium in Arnsdorf. Zuvor stehen im Herbst zwei China-Tourneen an.

Die Ära Fuchs in der Salzburger Kulturvereinigung geht zu Ende. Als Dirigentin bleibt sie der Stadt in gewohntem Ausmaß erhalten. "Es ist nach wie vor das Richtige", sagt Elisabeth Fuchs.

(SN)

Aufgerufen am 25.05.2018 um 05:03 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/lisi-fuchs-und-ihr-orchester-werden-erwachsen-23944636

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