Kultur

Lisi Fuchs und ihr Orchester werden erwachsen

1998 gründet die Dirigentin die Philharmonie Salzburg. 20 Jahre später kehren nötige Strukturen ein.

Am 5. November 1998 feierten Lisi Fuchs und die Junge Philharmonie Salzburg ihr Konzertdebüt. SN/philharmonie salzburg
Am 5. November 1998 feierten Lisi Fuchs und die Junge Philharmonie Salzburg ihr Konzertdebüt.
Dirigentin Elisabeth Fuchs (rechts) mit der neuen Geschäftsführerin Lisa Promok. SN/erika mayer
Dirigentin Elisabeth Fuchs (rechts) mit der neuen Geschäftsführerin Lisa Promok.
Elisabeth Fuchs mit einigen ihrer Orchestermusiker aus insgesamt 20 Nationen. SN/erika mayer
Elisabeth Fuchs mit einigen ihrer Orchestermusiker aus insgesamt 20 Nationen.

"Ein Dirigent ohne Orchester ist wie ein Geiger ohne Geige." Das gibt der Komponist Balduin Sulzer seiner 22-jährigen Schülerin mit auf den Weg. Die Dame trägt den Namen Lisi Fuchs und zögert nicht lange. Im Oktober 1998 versammelt sie 45 Musiker zu einer Probe. Einen Monat später gibt die Junge Philharmonie Salzburg ihr Debütkonzert. "Ich wusste sofort, das ist meins", erinnert sich Fuchs zurück.

Den Beinamen "Junge" hat die Philharmonie Salzburg längst abgelegt. Lisi Fuchs nennt sich Elisabeth. Nach 20 Jahren erhält das Orchester auch professionelle Strukturen im Hintergrund. Diesem Schritt ging eine Krise voraus, wie Fuchs erzählt: "Vor einem Jahr habe ich gesehen, dass es sich finanziell nicht ausgeht." Nun erhöht das Land die Förderung von 12.000 auf 41.000 Euro.

Seit Jahresbeginn fungiert Lisa Katharina Promok als Geschäftsführerin. Eine Handvoll Büro-Mitarbeiter soll Sponsorenakquise und andere wirtschaftliche Belange übernehmen. "Wir gehen neue digitale Wege", sagt Promok. "Künftig soll der Smartphone-Screen die Konzertkarte ersetzen."

Künstlerisch überwinden die mehr als 100 Konzerte im Jubiläumsjahr Spartengrenzen: Swing-Musiker, Akrobaten, DJs, aber auch die Mimen Birgit Minichmayr und Charly Rabanser treten mit der Philharmonie Salzburg auf. Im Sommer begleitet das Orchester die Kursaison in Bad Hofgastein. Gegen Ende des Stille-Nacht-Jahrs gastiert man mit Bachs Weihnachtsoratorium in Arnsdorf. Zuvor stehen im Herbst zwei China-Tourneen an.

Die Ära Fuchs in der Salzburger Kulturvereinigung geht zu Ende. Als Dirigentin bleibt sie der Stadt in gewohntem Ausmaß erhalten. "Es ist nach wie vor das Richtige", sagt Elisabeth Fuchs.

(SN)

Aufgerufen am 21.02.2018 um 08:24 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/lisi-fuchs-und-ihr-orchester-werden-erwachsen-23944636

Kommentare

Neustart für den Salzburger Strasserwirt

Neustart für den Salzburger Strasserwirt

Eine Salzburger Familie hat das Gasthaus gepachtet. Heute, Mittwoch, wird die Neueröffnung gefeiert. Seit Jänner wurde der Strasserwirt in der Leopoldskronstraße 39 renoviert, der Wintergarten komplett neu …

Patientenverfügung ist in Salzburg stark nachgefragt

Patientenverfügung ist in Salzburg stark nachgefragt

Eine Patientenverfügung ist eine schriftliche Willenserklärung, beispielsweise, wenn man auf künstliche lebensverlängernde Maßnahmen bei schwerer Krankheit verzichten will. Die Patientenverfügung steht vor …

Wie machen das die Norweger?

Sophia Goggia vor Ragnhild Mowinckel und Lindsey Vonn: Die Damen-Abfahrt brachte nur strahlende …

Autorenbild

Gold überflügelt die Ringe

War Olympia tatsächlich einmal ein schönes Märchen, das die Welt besser machen sollte? Wer die Kulturgeschichte von Olympia studiert, erkennt leicht: Das war immer ein Märchen. Zunächst rutscht Ernest …

Meistgelesen

    Schlagzeilen