Kultur

Maishofen: Einzigartiges Glasfenster von Anton Faistauer "heimgekehrt"

Maishofen ist die Heimat eines der bedeutendsten Maler der österreichischen Moderne: Anton Faistauer (1887-1930) verbrachte dort seine Jugend. Die Pinzgauer Gemeinde hat nun in der Pfarrkirche ein weiteres Werk des Künstlers: ein 1927/28 entstandenes dreiteiliges Glasfenster.

Glasfenster von Anton Faistauer in der Pfarrkirche Maishofen: TVB-Obmann Helmut Fersterer, Josef Faistauer (Vorsitzender des Faistauer Forum), LH Wilfried Haslauer, Anne Rossberg (Faistauer Forum), Vize.-Bgm. Thomas Mayr, Stefan Aglassinger (GR–Kulturreferat) und Thomas Weissbacher (GF-TVB) SN/lmz
Glasfenster von Anton Faistauer in der Pfarrkirche Maishofen: TVB-Obmann Helmut Fersterer, Josef Faistauer (Vorsitzender des Faistauer Forum), LH Wilfried Haslauer, Anne Rossberg (Faistauer Forum), Vize.-Bgm. Thomas Mayr, Stefan Aglassinger (GR–Kulturreferat) und Thomas Weissbacher (GF-TVB)


Die Initiative ging vom Anton Faistauer Forum und seinem Vorsitzenden Josef Faistauer aus. Dessen Vater und der Maler waren übrigens Cousins. "Das Fenster war schon im Jahr 2005 einige Monate lang bei einer Sonderausstellung im Gotikmuseum Leogang zu sehen. Dessen Leiter Hermann Mayrhofer hat uns dann auf die Idee gebracht. Es gehört dem Österreichischen Museum für angewandte Kunst in Wien. Vor zwei Jahren haben wir uns dann intensiv damit beschäftigt, dieses aus dem Museumsdepot in der Bundeshauptstadt zu uns in den Pinzgau zu holen", erzählt Faistauer, der in Landeshauptmann Haslauer von Anfang an einen prominenten Unterstützer an seiner Seite hatte.

Votivaltar und Glasfenster

Nun ist das 1,4 Meter breite und einen Meter hohe Original-Faistauer-Glasfenster, das einzige seiner Art, an der Nordwand der Pfarrkirche fix montiert. Durch einen Leuchtkasten darunter kommen die Farben optimal zur Geltung. Dargestellt sind in der Mitte Maria und der Jesusknabe, links die drei Weisen und rechts einige Hirten. Nicht weit davon steht der Große Salzburger Votivaltar, eines der Hauptwerke des Künstlers. Sein "Passionsaltar", wie er ihn nannte, entstand zwischen Sommer 1918 und Herbst 1919 im nahe gelegenen Elternhaus "Gasthof Post".

Ursprünglicher Entwurf für die Festspiele

Das Glasfenster ist vor mehr als 90 Jahren entstanden und hat bereits eine wechselvolle Geschichte hinter sich: 1922 arbeitete Faistauer an den Fresken in der Pfarrkirche Morzg in der Landeshauptstadt, drei Jahre später erhielt er von Max Reinhardt den Auftrag, für das Bühnenbild der Festspielaufführung von "Das Mirakel" ein sieben Meter hohes, mehrteiliges Domfenster zu entwerfen. Dieses dürfte einem Verantwortlichen der Vereinigten Werkstätten für Mosaik- und Glasmalerei Puhl & Wagner-Gottfried Heinersdorff in Berlin-Treptow so gut gefallen haben, dass das Unternehmen den Künstler bat, ihm die Entwürfe zur Verfügung zu stellen. Eines der Motive wurde schließlich 1925/26 ausgeführt, bei einer Ausstellung gezeigt und danach in einem Firmendepot gelagert. Faistauer selber hat trotz mehrmaliger Einladungen nach Berlin das Kunstwerk persönlich nie gesehen. 40 Jahre später, als das Unternehmen geschlossen wurde, kam das Fester wieder zum Vorschein und wurde 1970 vom Museum für angewandte Kunst erworben.

Wanderweg veranschaulicht Faistauers Beziehung zu Maishofen

"Das Kunstwerk ist eine Bereicherung für die Pfarrkirche und für die Gemeinde. Zusammen mit dem Votivaltar, der sich seit 2010 in dem Gotteshaus befindet, und den Fresken in der Stabelbergkapelle sind im Ort nun drei Originalwerke des Künstlers zu bewundern", so Landeshauptmann Haslauer. Seit einigen Jahren gibt es auch einen Wanderweg, der über zehn Stationen die Beziehung Faistauers zu Maishofen veranschaulicht. Großformatige Tafeln informieren über biografische Details, über das Verhältnis zu seinen Landsleuten und darüber, wie wichtig ihm die künstlerische Auseinandersetzung mit der heimatlichen Landschaft war.

Quelle: SN

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