Kultur

Prangerschützen durften feiern

Erstmals seit dem Corona-Lockdown hat im Lungau wieder eine große Brauchtumsveranstaltung stattgefunden. Ohne Publikum und mit Abstandsregeln. Den Anlass dazu hat eine Fahne gegeben.

Die Prangerschützen der Lungauer Gemeinde haben am Sonntag eine Fahne bekommen. Bei einer Feldmesse im historischen Zentrum hat Pfarrer Roland Frank die Vereinsfahne geweiht. Ihm zur Seite standen Fahnenmutter Eleonore Wagner aus Obertauern und Fähnrich Günter Lüftenegger.

Eigentlich war die Fahnenweihe bereits für Anfang August angesetzt. Das Coronavirus aber hat auch die Pläne in Mauterndorf durcheinandergebracht. Nun konnte doch ein beschauliches Fest durchgeführt werden. Ohne Publikum und mit Abstandsregeln. Neben den 22 Prangerschützen waren eine Ehrenkompanie der Bürgergarde Mauterndorf, Abordnungen aller Lungauer Schützenkompanien sowie Vertreter von Ortsvereinen mit dabei. Die Bürgermusik Mauterndorf unter Kapellmeister Günther Binggl umrahmte das Fest musikalisch. Nach Aufmarsch, Feldmesse, Festakt und Fahnenweihe folgte sogar ein kurzer Umzug mit Defilierung vor den Honoratioren des Orts.

Die Prangerschützen Mauterndorf sind der einzige dieser Art von Brauchtumsverein im Innergebirg, also Pinzgau, Pongau und Lungau. Dass er vor drei Jahren gegründet wurde, ist der Begeisterung von Obmann Sepp Kirchner zu verdanken. "Wir waren mit unserer Bürgergarde in Seeham bei einem Jubiläumsfest", erzählt er, "da war ich von Prangerschützen so angetan, dass ich beschlossen habe, so einen Verein in Mauterndorf zu gründen." In seiner Heimatgemeinde kontaktierte er danach Paul Rest, von dem er wusste, dass er einen privaten Stutzen im Einsatz hatte. Der Landwirt war begeistert von der Idee. Es dauerte nur wenige Monate, da hatten sich 13 Männer gefunden, um die Gründung vorzubereiten. Bei einem Berchtesgadener Betrieb wurden die Prangerstutzen in Auftrag gegeben. Die Lieferung kam zwar einige Monate später, weil ein arabischer Scheich alle Bestände der Firma aufgekauft hatte. Aber bald konnten die Lungauer zu Proben mit dem frisch gewählten Hauptmann Paul Rest zusammenkommen. Den ersten Auftritt gab es am Neujahrstag 2017.

Die Zahl der Schützen ist inzwischen auf 22 angewachsen. Der Verein rückt ausschließlich zu kirchlichen Festen aus: zu Lichtmess am 2. Februar, zu Ostern, am Fronleichnamstag und zum Mauterndorfer Skapulierfest der Bruderschaft im Juli. Dazu kommen der Prangtag in Tweng und natürlich der letzte Tag des Jahres. Zu Silvester treffen sich die Schützen um die Mittagszeit und schwärmen in Gruppen in die einzelnen Ortsteile aus. Überall werden sie von den Bewohnern willkommen geheißen, die im Gegenzug für die lauten Neujahrswünsche zu einem kleinen Fest einladen. Den Abschluss bildet mit Einbruch der Dämmerung der Auftritt vor der Mauterndorfer Burg, wo Glück und Segen für das kommende Jahr herbeigeschossen werden.

Quelle: SN

KULTUR-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Kulturmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 21.01.2021 um 12:45 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/prangerschuetzen-durften-feiern-92772877

Lungau gleicht Tiefkühlschrank

Kältepole Minus 23,8 Grad zeigte am Dienstag in der Früh das Thermometer in St. Michael im Lungau an. Der Ort führt mit seinen extremen Tiefsttemperaturen meist die Skala der kältesten Gebiete in Österreich …

Schöne Heimat

Wintertag

Von Gudrun u.Herwig Sattlegger
21. Jänner 2021
fast ein Gemälde

Kommentare

Schlagzeilen