Kultur

Rauriser Literaturpreis 2017 geht an jungen Autor aus Berlin

Der 33-jährige Autor Senthuran Varatharajah bekommt heuer den mit 8000 Euro dotierten Rauriser Literaturpreis. Sein Buch "Vor der Zunahme der Zeichen" ist für die Jury der beste Debütroman des Jahres 2016.

Senthuran Varatharajah SN/heike steinweg
Senthuran Varatharajah

APA

Der Rauriser Literaturpreis 2017 geht an den deutschen Autor Senthuran Varatharajah. Das gab Landesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) am Dienstag anlässlich der Programmpräsentation der diesjährigen Rauriser Literaturtage bekannt.

Mit ethnologischer Genauigkeit seziere der Autor in seinem 2016 erschienenen Roman "Vor der Zunahme der Zeichen" das Zeichensystem der westlichen Welt, zitierte Schellhorn aus der Begründung der Jury. Der 1984 geborene Varatharajah stammt aus einer tamilischen Familie, studierte Philosophie, evangelische Theologie sowie Kulturwissenschaft und lebt in Berlin. Er erhielt schon mehrere Auszeichnungen für seine Arbeit, unter anderem 2014 den 3Sat-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.

Den mit 4000 Euro dotierten Förderpreis erhält die junge Salzburger Schriftstellerin Mercedes Spannagel. Ihr Text "Wie es klingt, wenn es quietscht" sei eine meisterhaft erzählte Kurzgeschichte, der es gelinge, mit minimalistischen Mitteln Spannung aufzubauen, begründete die Jury den Förderpreis für die 1995 geborene Österreicherin. Der Text handelt von jugendlichen Fechtern, von denen eine - Ree - ein Bein verloren hat und mit einer Prothese aus Silikon und Carbon zum Training kommt.

Mit dieser Thematik passt die Preisträgerin perfekt in das Programm der diesjährigen Rauriser Literaturtage. Sie werden sich vom 29. März bis 2. April mit "Körper.Sprache" auseinandersetzen. "Der Körper ist ein Thema, mit dem sich die Literatur schon immer beschäftigt hat. Wir leben in einer Zeit, wo sich durch technologische Entwicklungen viel verändert", begründete das Intendanten-Duo Ines Schütz und Manfred Mittermayer die Wahl des Leitmotivs für die Literaturtage. Vieles scheine durch Gentechnologie oder Reproduktionsmedizin machbar, die Grenzen, die mit der Wahrnehmung des Körpers verbunden sind, hätten sich verschoben.

Um dem Thema nachzuspüren, haben Schütz und Mittermayer bekannte und noch wenig bekannte Autoren nach Rauris geladen. Alissa Walser wird aus ihrem neuen Band "Eindeutiger Versuch einer Verführung" lesen, Michael Stavaric mit "Gotland" eine Mutter-Sohn-Geschichte mit erotischer und religiöser Komponente vorstellen. Silke Scheuermann befasse sich in ihrem Roman "Wovon wir lebten" mit der "geradezu religiösen Beziehung reicher Gesellschaften zum Essen", kündigte Schütz an. Katharina Winkler wird aus ihrem Debütroman "Blauschmuck" lesen, Franzobel sein neues Werk "Das Floß der Medusa" präsentieren. Es setze sich mit der Frage auseinander, was mit Menschen passiere, die, wenn sie an Leib und Leben bedroht werden, alle Schranken fallen lassen.

Neben den Lesungen wird es in Rauris auch heuer wieder mehrere Gesprächsreihen, Programme für Schulen und die traditionelle Schreibwerkstatt geben.

Quelle: SN

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