Kultur

Rehe kehren aus Bluntautal zurück

Stopp für Rehe im Wald? Was absurd erscheint, ist für stille, scheue Tiere längst bittere Realität.

Drei zarte Skulpturen deuteten im Herbst 2017 im Bluntautal an, wie Rehe Verkehrsregeln einüben sollten, um sich in den Straßenverkehr zu integrieren. Demnächst erscheint so ein Reh in Hallein.  SN/galerie proarte hallein/kaquadrat, 2017
Drei zarte Skulpturen deuteten im Herbst 2017 im Bluntautal an, wie Rehe Verkehrsregeln einüben sollten, um sich in den Straßenverkehr zu integrieren. Demnächst erscheint so ein Reh in Hallein.

Während wir über Autobahnen brausen oder die freie Fahrt auf Bundesstraßen genießen, ist deswegen in anrainenden Wäldern das Fortkommen behindert. Unsere Verkehrsadern versperren dortigen Lebewesen die üblichen Wege. Statt einfach weiterzugehen, müssten sie eine A10 oder eine B159 kreuzen.

Wie absurd die Idee ist, dass sich diese Wesen in die für sie fremde Welt der Verbrennungsmotoren integrieren, haben die Künstlerinnen Karla Spiluttini und Korinna Lindinger behutsam wie eindringlich dargestellt: Sie platzierten zarte, umrisshafte Skulpturen von Rehen samt Stopptafel im Wald. Dass dieses "Kunstprojekt zu utopischen Perspektiven der grenzüberschreitenden Wanderung", das die unter "www.kaquadr.at" firmierenden Künstlerinnen im Herbst 2017 im Bluntautal realisiert haben, demnächst in Hallein auftaucht, ist einer Liebhaberin zu verdanken: Kerstin Klimmer-Kettner, Vorstandsmitglied Tennengauer Kunstkreis, stellt eines davon für die nächste Ausstellung in der Galerie pro arte zur Verfügung.

Für diese werden "Lieblingsstücke" gesucht. Und das geht so: "Wir laden Sie herzlich dazu ein, jeweils ein Lieblingsstück aus dem eigenen Zuhause für die Ausstellung im kunstraum pro arte zur Verfügung zu stellen", heißt es in der Mitteilung des Tennengauer Kunstkreises.

"Lieblingsstück" könne sein: Malerei, Grafik, Fotografie, Film, Objekt. Was heißt "Objekt"? "Wir wollen das offen lassen, es müssen nicht nur Kunstwerke sein", erläutert Laila Huber von der Galerie pro arte. An 12./13./14. und 19./20. Mai, jeweils von 16 bis 18 Uhr, können Leihgaben in der Galerie am Schöndorferplatz abgegeben werden. Von 30. Mai bis 27. Juni werden sie in der Ausstellung "Lieblingsstücke" gezeigt. Wer eignet sich zum Leihgeber? Auch da gebe es keine Beschränkungen, sagte Laila Huber. Im Aufruf werden "Freundinnen und Freunde sowie Mitglieder des Tennengauer Kunstkreises" dazu ermuntert.

Jeder Leihgeber soll sein "Lieblingsstück" kurz schildern. Kerstin Klimmer-Kettner formuliert dies für ihr Reh aus dem Bluntautal so: "Es handelt sich dabei um ein Mischwesen, einen Rehmenschen. Es steht in meinem Garten, direkt vor dem Küchenfenster. Somit gehört es zu den ersten Dingen, die ich morgens mit meinem Kaffee in der Hand sehe. Ich freue mich jeden Tag darüber, da es mich einerseits an den Wald und die Natur erinnert und andererseits immer wieder zur eingehenden Betrachtung auffordert."

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