Kultur

Saalfelden: Flüchtling von einst kehrt als Sieger zurück

Es herrschte Kriegsrecht in Polen. Damals, im Jahr 1982. Da machte er sich auf den Weg. Jetzt besuchte er seinen ersten, sicheren Hafen. Helfer von einst, haben sich mit ihm in Saalfelden getroffen. Die Freude war groß. Auf beiden Seiten.

Von 1981 bis 1983 herrschte Kriegsrecht in Polen. Ausgerufen vom Regime unter Wojciech Jaruzelski. Die Demokratiebewegung um die Gewerkschaft Solidarnosc sollte zerschlagen werden. Es herrschte Repression. Tausende wurden verhaftet. Zehntausende Polen verließen das Land. Auch Valdek Dmytrowski. Er war damals 25. Über Wien und Salzburg landete er Anfang '82 in Saalfelden. Auf dem Weg dorthin half ihm auch Karl Merkatz, mit einem Empfehlungsschreiben für eine Galerie in Salzburg: Valdek ist Grafiker. Und ein begnadeter Zeichner. Er studierte Kunst in Breslau. Auf seinem Weg in die Freiheit landete er aber dann doch nicht in Salzburg, sondern in Saalfelden. Hugo Wulz (1937- 2000), Maler, Menschenfreund, Initiator von vielem, was die Kunst betraf, holte ihn in den Pinzgau.

Valdek, der Flüchtling, wohnte in der damaligen Galerie Simmerl (Haus Taura), ging bei Wulz ein und aus. Er und noch einige Landsleute wurden engagiert unterstützt. Unter anderem von der Familie des Buchhändlers Otto Wirthmiller, von der des Kinderarztes Arthur Praxmarer oder den Lehrern Hans Doppler und Rudi Rainer. Auch Manfred Fersterer, damals Leiter einer Druckerei, war dabei. Die Interspar Saalfelden richtete Valdek Dmytrowski im Eingangsbereich einen Arbeitsplatz ein. Er zeichnete dort gegen Geld Porträts. Das tat er auch in Wirthmillers Buchhandlung. Alice Loske-Wirthmiller, 1982 ein Kind, ist heute die Chefin der renommierten Firma. Sie sagt: "Niemand hat mich je so gut gezeichnet." Auch Manfred Fersterer hat die Porträts, die Valdek von den Fersterer-Kindern machte, noch daheim.

Von dem Sieg erfuhr er erst später

1982 wurde für das Jazzfestival Saalfelden zudem ein Plakatwettbewerb ausgeschrieben. Valdek gewann ihn. Er erfuhr davon aber erst Jahre später. Denn im Juni 1982 wanderte er in die USA aus. "Es war sehr hart. Ich war ohne jede Hilfe. Aber ich habe es geschafft." 20 Jahre lebte er als Grafiker in New York. Heute wohnt er in Milan, zwei Autostunden nördlich des Big Apple, nahe von Woodstock. Er arbeitet als Grafiker und ist Teilhaber einer Firma. Jetzt besuchte er den Ort, der ihm eine erste Heimat nach der Flucht aus Polen war.

Wir sitzen im Restaurant "Zum Griechen" in Saalfelden und bereden alte Zeiten. Es ist ein historischer Raum. Hier begann, in der großen Veranda des alten Simonwirts, am 9. 1. 1975 mit dem Konzert von Mickey Baker, was dann später zum Jazzfestival Saalfelden wurde. 2018 feiert dieses Festival sein 40-Jahr-Jubiläum.

Valdek Dmytrowski wird heuer 60. Er ruht in sich, lächelt und sagt: "Ich würde gerne noch ein Plakat für das Festival machen. Gratis. Denn damals, als ich aus Polen kam, fand ich so viel Hilfe und Nähe. Ich möchte gerne etwas zurückgeben."

Aufgerufen am 18.08.2018 um 06:49 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/saalfelden-fluechtling-von-einst-kehrt-als-sieger-zurueck-31726

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