Kultur

Salzburg: Eine zweite Orgel für die Andräkirche

Großer Bahnhof für eine neue Errungenschaft. Das Instrument ist eine original französisch-romantische Orgel der Firma Delmotte aus dem Jahr 1890. Jetzt wurde sie, in 1700 Einzelteile zerlegt, nach Salzburg geliefert.

Das passiert wohl selten in einer Kirche. Während Handwerker und TV-Teams herumeilen, erklingt die Marseillaise. Gespielt von Rudolf Matajsz auf der Trompete. Die franzöische Nationalhymne ist als herzlicher Willkommensgruß für einen künftigen Dauergast mit französischer Provinienz gedacht. Die neue "alte" Orgel stand ja einst in der französischen Stadt Lille. Drei Wochen dauert es, bis sie an ihrem neuen Platz im Kirchenschiff von St. Andrä montiert sein wird. Für Yvonne Dornhofer, die Organistin, sind das derzeit unglaublich aufregende Tage. Sie erklärt: "Im Rahmen einer stärkeren und intensiveren Profilierung der St. Andrä-Kirche als Platz für Kultur und Musik hat sich die Pfarre entschieden, eine original-historische Orgel zu beherbergen." Der in der Pfarre angesiedelte Verein "Klangfarben der Orgel" übernimmt die Anschaffung und Finanzierung des Instruments. Bruder Bernd Kober, der Pfarrprovisor erklärt: "Daniel Kern, Orgelbaumeister in Straßburg, ist zuständig für die Betreuung unserer derzeitigen Orgel in der Andräkirche. Er hat uns in diesem Zusammenhang ein sehr verlockendes Angebot unterbreitet: In Lille konnte er vor kurzem ein original französisch-romantisches Instrument der Firma Delmotte erwerben." Der Grund: Die dortige Kirche wurde säkularisiert.

Bereicherung nicht nur im Alltag

Und weiter: "Im Zuge der Neuausrichtung unserer Kirche als Ort der Pastoral wie auch der Kultur ist dies ein spannender ,Zufall'. Als originales Instrument dieses Typs ist diese Orgel in ganz Österreich einzigartig. Für die Stadt Salzburg ist sie ein sehr spezieller Akzent innerhalb der schon vorhandenen Orgellandschaft." Domorganist Heribert Metzger wie auch Brett Leighton von der Bruckner-Universität in Linz hätten das Angebot ebenfalls begutachtet. Bernd Kober: "Sie halten dieses Projekt gerade aus oben genannten Gründen für äußerst wertvoll." Die Delmotte-Orgel gebe dem Raum durch ihr historisches Holzgehäuse einen unvergleichlich warmen Akzent. Das sei von großer Bedeutung. In Zukunft sei nämlich daran gedacht, die Andrä-Kirche nicht nur als Ort für Gottesdienste zu nutzen, sondern auch als Raum, musikalischer und kultureller Begegenungen. In musikalischer Hinsicht wären Konzerte für die Orgel als Soloinstrument und Konzerte für zwei Orgeln möglich. Die Position des Instruments wäre nicht auf der Empore sondern im Kirchenschiff gelegen. Das erlaube, Werke mit Chor und Orchester auszuführen. Ein Instrument dieser Qualität anzuschaffen sei das Eine. Sie auch zu nutzen das Andere. Aber mit Yvonne Dornhofer stehe eine qualifizierte Künstlerin zur Verfügung, die in St. Andrä beschäftigt sei. Zugleich ist Dornhofer auch Initiatorin der internationalen Konzertreihe "Klangfarben der Orgel" und Obfrau des gleichnamigen Vereins.

Aufruf an alle Salzburgerinnen und Salzburger

Yvonne Dornhofer, die künstlerische Leiterin sagt: "Wir bitten ganz dringend um Mithilfe der Salzburgerinnen und Salzburger." Der Ankauf des Instruments kostet immerhin 250.000 Euro. Jene, die das Projekt mit Spenden fördern möchten, können das unter dem Titel "Verein Klangfarben der Orgel", Salzburger Sparkasse, IBAN: AT69 2040 4000 4078 9158, BIC: SBGSAT2SXXX tun. Dornhofer: "Man kann auch die Patenschaft für Orgelpfeifen oder einzelne Register übernehmen."

Aufgerufen am 15.11.2018 um 10:15 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/salzburg-eine-zweite-orgel-fuer-die-andraekirche-544927

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