Kultur

Salzburger Adventsingen: Treffen der jungen und der alten Hirten

Das Salzburger Adventsingen lud alle Hiatabuam und Hiatamadln auf die Loferer Alm. Jene, der vergangenen Jahrzehnte und die, der aktuellen Produktion.

Das Salzburger Adventsingen lud alte und junge Hiatabuam und Hiatamadln auf die Loferer Alm. Nach einem Frühschoppen brachen sie zu einer Wanderung zum Marmorsee auf, um aus dem Wiedersehen ein echten Erlebnis werden zu lassen. Mit dabei waren etwa die Brüder Walter und Heinz Schmidinger, die bereits 1951 als Hiatabuam aufgetreten sind und damit die frühesten Mitwirkenden waren. Auch das Leben von Urgestein Heimo Falkensteiner (Jahrgang 1929) ist untrennbar mit dem Salzburger Adventsingen verknüpft: Über 20 Jahre lang war er Betreuer der Hirtenkinder. Auf der Alm erfreute er mit Klängen auf seinem "Fotzhobel." Günther Auer, Obmann des Fanclubs des Salzburger Adventsingens, zeigte sich zuversichtlich, mit solchen Veranstaltungen weitere Mitglieder für den Freundesverein gewinnen zu können. Anwesend waren auch die ehemaligen Hiatabuam Michael Schaffer (Leiter Personalwirtschaft Salzburg AG), Andreas Heuberger (Primarius am Krankenhaus Oberndorf), Wilfried Stadler (Unternehmensberater, Honorarprofessor WU Wien) und Hannes Sollereder (Chefarzt am UKH Salzburg).

Vier Hirten, Felix und Martin Grabner, Richard Hochleitner sowie Felix Leitner, die das Salzburger Adventsingen jahrelang begleitet haben, wurden in den "Ruhestand" verabschiedet.

Die neuen Hirten

Herzlich willkommen geheißen wurden fünf "Neulinge", Felix Neureiter, Sarah Oberkofler, Lorena Resch, Leni Seer und Michael Thalmayer, die heuer im Großen Festspielhaus für Begeisterung sorgen sollen. Für Hans Köhl, den Gesamtleiter des Salzburger Adventsingens, ist es ein Anliegen, die Hirtenkinder zu einem Team zu formen, um den Austausch zwischen Jung und Alt zu intensivieren. Diese Idee wird in Verbindung mit der neuen Website www.salzburgeradventsingen.at umgesetzt. Dabei werden auch Bilder aus dem Archiv über die Website für die "Hirten-Community" zum Download bereitgestellt.

Das Hirtenspiel

Sowohl das Gemeinschaftsgefühl als auch die Zusammengehörigkeit wären Faktoren, die Menschen nicht nur prägten, sondern auch in ihrer Entfaltung beeinflussen würden, sagte Hans Köhl. Bereits im ersten Jahr des Salzburger Adventsingens habe es ein Hirtenspiel gegeben, das an die Tradition alter Krippenspiele anknüpfe. Die Mentorin von Tobi Reiser d. Älteren, Annette Thoma, habe "Vergessenes" wieder aufbereitet, wie beispielsweise alte Kirchengesänge. 1932 hätte Thoma erstmals ein Hirtenspiel geschrieben und so die Weiterentwicklung dieses besonderen Schauspiels maßgeblich mitgeprägt. Das diesjährige Adventsingen erinnere an das Jahr 1946. Im neuen Werk erscheine eine historische Figur - der Vogelfänger. Dieser gelte als typischer Charakter im Alpenraum. "Das Vogelfangen im Salzkammergut ist ein von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe verzeichnetes Kulturgut", erzählt Hans Köhl über das neue Stück.

Die Kostüme

Auch im Jubiläumsjahr des Salzburger Adventsingens kreiere Hellmut Hölzl ganz besondere Kostüme. Die Kleidung der Hirtenkinder solle an den Stil erinnern, den man Mitte der 1940er Jahre getragen habe. "Orientiert habe ich mich dabei an den Gewändern der Schulkinder von 1946. Kinder müssen lebendig wirken und in ihren Kleidern Charme versprühen", sagt Hellmut Hölzl über seinen kreativen Arbeitsprozess der letzten Monate. Diesmal gebe es drei Ebenen: die Stadtleute, die Kriegsflüchtlinge und die Kinder aus Stadt und Land. Insbesondere in den Nachkriegsjahren "wollten Kinder einfach nur spielen und Kind sein, allerdings wurde ihnen dies oftmals verwehrt." Da Mädchen genauso für die Hausarbeit eingeteilt worden wären, "trugen sie zusätzlich zu Hemd, Bluse und Rock, auch eine typische Haushaltsschürze. Die Buben erhielten übertragenes Gewand, also altes Material, das weiterverarbeitet wurde. Die Kleidungsstücke wurden gewendet und daraus wurden neue Sachen gestaltet und genäht - ganz nach dem Motto: "aus alt mach' neu". Die Leute waren zwar arm und bescheiden, aber dennoch ordentlich. Die dominierende Farbe beim heurigen Kostümbild ist blau. Auch das Kleid der Maria trägt dieselbe Farbe, um ein geschlossenes Gesamtbild zu erreichen.

Das neue Stück "Gib uns Frieden" feiert am 25. November 2016 um 19:30 Uhr im Großen Festspielhaus Premiere.

Weitere Termine 2016

Samstag, 26. November 14:00 und 17:00 Uhr

Sonntag, 27. November 14:00

Freitag, 2. Dezember 19:30 Uhr

Samstag, 3. Dezember 14:00 und 17:00 Uhr

Sonntag, 4. Dezember 14:00 und 17:00 Uhr

Donnerstag, 8. Dezember 14:00 Uhr

Freitag, 9. Dezember 19:30 Uhr

Samstag, 10. Dezember 14:00 und 17:00 Uhr

Sonntag, 11. Dezember 14:00 und 17:00 Uhr

Veranstaltungsort: Großes Festspielhaus, Hofstallgasse 1, 5020 Salzburg

Quelle: SN

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