Kultur

Salzburger Kunstpreis für ein poetisches Figurenballet

Angelika Loderer (35) aus Feldbach bestach beim Kardinal König Kunstpreis mit Poems to Gadgets (Icicles) - einem Figurenballett aus Metallstangen und skulpturalen Formen. Der Kunstpreis wurde 2005 ins Leben gerufen. Er richtet sich an junge Künstler unter 40 Jahren.

Mit ihrem poetischen Figurenballett aus Metallstangen und skulpturalen Formen tippt Angelika Loderer aus Feldbach (Steiermark) die Kunstgeschichte an - Giacometti, Surrealismus, Arte povera kommen in den Sinn. Dennoch fügt sie der Entwicklung der plastischen Kunst eine gänzlich neue Facette hinzu. Für ihre Arbeit "Poems to Gadgets (Icicles)" gewinnt die gebürtige Steirerin den Kardinal König Kunstpreis 2019.

Der Kunstpreis ist mit 11.000 Euro dotiert

Der biennal vergebene Preis des Kardinal König Kunstfonds der Erzdiözese Salzburg wird an junge in Österreich und Südtirol lebende Künstlerinnen und Künstler unter 40 Jahren vergeben. Der Preis wurde 2005 auf Initiative von Prälat Johannes Neuhardt in Salzburg ins Leben gerufen und ist mit 11.000 Euro dotiert.

Eine Fachjury suchte unter 20 Nominierungen aus

Einer Fachjury lagen in diesem Jahr Nominierungen von 20 Künstlerinnen und Künstler vor. Der Jury-Empfehlung, das Werk der 1984 in Feldbach in der Steiermark geborenen Angelika Loderer mit dem Preis auszuzeichnen, folgte das Kuratorium des Kardinal König Kunstfonds einstimmig. Der Festakt zur Verleihung des Kardinal König Kunstpreises sowie die Eröffnung der begleitenden Ausstellung mit allen nominierten Künstlerinnen und Künstlern finden am 27. November um 18 Uhr in St. Virgil Salzburg statt.

Die Werke eröffnen neue, gegenwartsbezogene Perspektiven

Die Begründung der Jury: "Angelika Loderers Arbeiten kennzeichnet ein medienreflexiver Umgang mit dem Skulpturalen und Installativen. Sie nutzt etwa jene Werkstoffe, die für die Herstellung von Skulpturen in Metallgießereien benötigt werden - wie Sand und Wachs - und übersetzt sie in zentrale Werkmotive und -strukturen. Oder sie kehrt die in den Gußverfahren verborgenen Mechanismen und verworfenen Materialien ins Sichtbare und sinnlich Materielle. Damit vollzieht die Künstlerin Umstülpungen und Umwertungen konventioneller Vorstellungen und Abläufe. Ihr Affront gegen das Gewohnte zeigt sich in den ungewöhnlichen Material- und Formverbindungen, die sowohl mit der Geschichte der geometrischen Abstraktion wie auch mit jener des organisch Expressiven ihr Spiel treiben."

Spannungsverhältnis zwischen Sichtbaren und dem Unsichtbaren

Weiters: "Das Spannungsverhältnis zwischen dem Sichtbaren und Unsichtbaren, dem Fragilen und dem Stabilen durchzieht ihr Werk ebenso wie die prekäre Balance zwischen dem präzise Planbaren und dem Unvorhersehbaren und Zufälligem. Die in den Arbeiten spürbare Dynamik basiert auf dieser Verknüpfung des Konträren,
wozu nicht zuletzt auch die Gleichzeitigkeit eines medienanalytisch-konzeptuellen Ansatzes mit einer eminent materialbezogenen Werkform zählt. Loderer spielt also auf konventionelle Formen und Herstellungsweisen der Skulptur an, bricht diese jedoch im Rückgriff auf die Traditionen der Avantgarde und eröffnet ihr damit zugleich neue und gegenwartsbezogene Perspektiven."

Die Werke waren unter anderem in der Secession Wien vertreten

Angelika Loderer lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte an der Universität für angewandte Kunst in Wien, am Wimbledon College of Art in London und am Hendrix College in den USA. Loderer arbeitet vor allem im Bereich von Skulptur und Rauminstallation; ihre Werke waren unter anderem in der Secession Wien, im Grazer Kunstverein und in namhaften Gruppenausstellungen vertreten - zum Beispiel "all natural" Museum der Moderne Salzburg (2019), Collaborative Network, Forum Stadtpark Graz (2016). 2016 wurde ihr der neu gegründete Dagmar Chobot Skulpturenpreis verliehen.

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