Kultur

Salzburger Marionettentheater nun immaterielles Kulturerbe

Österreichs immaterielle Welterbeliste wächst. Unter den sechs Neuzugängen auf der UNESCO-Liste ist auch eine Salzburger Institution.

Salzburger Marionettentheater nun immaterielles Kulturerbe SN/Andreas Kolarik Fotografie
Salzburger Marionettentheater.

Die nationale UNESCO-Liste der historisch bedeutsamen Brauchtümer zählt seit heute, Freitag, sechs neue Einträge und umfasst somit nunmehr 96 Traditionen. Auf der Liste steht nun auch die Spielpraxis des Salzburger Marionettentheaters. Zum erhaltenswerten Kulturgut wurde die "höchst entwickelte Form des Puppen- und Figurentheaters" gewählt, begründet die UNESCO die Aufnahme. "Das Salzburger Marionettentheater widmet sich seit 1913 dieser Kunstform. Neben der künstlerischen Fertigkeiten ist auch die Weitergabe des handwerklichen Könnens notwendig, um die Puppen zu schnitzen, zu bemalen, sie zu kostümieren und zu bewegen", steht in der Begründung. Weltweit sei das Salzburger Marionettentheater das einzige, das sich der Aufführung von Opern widmet.

"

Theaterchefin Barbara Heuberger erfuhr erst gestern davon: "Ich freue mich sehr. Leider sind viele Puppenspieler noch auf Urlaub. Die wissen es noch gar nicht."

Seit 2009 bemühte sie sich um die Auszeichnung. Damals trat Österreich der UNESCO-Konvention zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes bei. "Im Grunde genommen muss man belegen, warum die Sache schützenswert ist. Es war nicht einfach. Ich habe erst lange keine Gutachter gefunden", erklärt Heuberger. Die Auszeichnung bedeutet ihr sehr viel. "Es ist wichtig, weil die Politik in Salzburg nicht an uns glaubt. Man sieht den Wert des Kulturguts nicht, wir bekommen keine Subventionen. Das Theater ist in Gefahr", sagt Heuberger. Einen Lichtblick gebe es aber: Ein privater Mäzen wolle das Marionettentheater künftig großzügig unterstützen. Namen will sie noch nicht nennen - unterschrieben ist noch nichts.

Taubenschießen, Fasching und Lawinengefahr

Zu den Neuzugängen gehört neben der Spielpraxis des Salzburger Marionettentheaters auch die Herstellung und Verwendung der Linzer Goldhaube, der Ausseer Fasching und das Taubenschießen in Altaussee.

Weiters aufgenommen wurde auch das Axamer Wampelerreiten (Tirol) sowie das Erfahrungswissen im Umgang mit der Lawinengefahr der alpinen Regionen Österreichs. In Ergänzung zur UNESCO-Welterbekonvention von 1972 wird seit 2003 den gelebten Traditionen Aufmerksamkeit geschenkt und unter dem Begriff "Immaterielles Kulturerbe" von der UNESCO dokumentiert und geschützt.

Welche Salzburger Brauchtümer sonst noch geschützt sind? Aberseer Schleuniger, Aperschnalzen im historischen Rupertiwinkel, apothekeneigene Hausspezialitäten, Dürrnberger Schwerttanz, Falknerei, Gasteiner Perchten, Heilwissen der Pinzgauer, Hundstoaranggeln, Klöppelei, Köhlerei, Märchenerzählen, Maultrommelspiel, Sensenschmieden, Tresterertanz, Ratschen, Festschützenwesen, Samsontragen, das Lied Stille Nacht oder die Vereinigten zu Tamsweg.

Quelle: SN-Bu

Aufgerufen am 24.09.2018 um 08:06 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/salzburger-marionettentheater-nun-immaterielles-kulturerbe-1058041

Erfolgreicher Heiratsantrag im Salzburger Eisstadion

Erfolgreicher Heiratsantrag im Salzburger Eisstadion

Am Sonntag beim Heimspiel gegen Linz machte Dominik Furlan seiner Freundin einen überraschenden Heiratsantrag - und bekam ein "Ja". Verwandte, Freunde sowie die Fans des EC Red Bull Salzburg und der Black …

Schlagzeilen