Kultur

Salzburger Musiker Herb Berger erfüllt sich Traum von eigener Big Band

Theater, Klassik, Jazz und Pop: Herb Berger ist keine Musikform fremd. Erstmals leitet der Salzburger Musiker ein Großensemble.

Herb Berger kehrt mit eigener Big Band in seine Geburtsstadt Salzburg zurück. SN/gabriele roithner
Herb Berger kehrt mit eigener Big Band in seine Geburtsstadt Salzburg zurück.

Eine Großformation in Zeiten von Omikron, das kostet Nerven. "Ich bereue es, dass ich dieses Projekt nicht im Duo gemacht habe", sagt Herb Berger augenzwinkernd über die finale Phase seines Big-Band-Projekts. Noch vergangene Woche habe sich ein Drittel der insgesamt 17 Musiker in Quarantäne befunden, der Bandleader inklusive.

Ohne die Pandemie hätte sich der Multiinstrumentalist aber auch nicht an die Königsdisziplin des Jazz gewagt. "Es war eigentlich eine Idee für die Zeit in Pension, weil man doch viel damit zu tun hat. Seit dem zweiten Lockdown schreibe ich intensiv dafür. Ich habe die Notsituation kreativ genutzt", erzählt der Salzburger mit aktuellem Wohnort Wien.

Kreative Vielfalt prägt den künstlerischen Werdegang von Herb Berger. Der Multi-Holzbläser und Mundharmonikaspieler spielt regelmäßig im Theater an der Josefstadt und in Willi Resetarits' Stubnblues, für den er auch komponiert und arrangiert. Die Materie hat den musikalischen Alleskönner interessiert, seit er 1989 im Village Vanguard die gleichnamige Big Band gehört hat. In den 1990er-Jahren hat er in Diensten der Lungau Big Band erstmals Hand an orchestrale Arrangements angelegt. Einige der Partituren von damals dienten als Basis für das Big-Band-Projekt, erzählt Berger. Zwei Drittel des Programms steuert der versierte Komponist selbst bei, weiters hat Berger Klassiker wie "The Shadow of Your Smile" oder Fritz Kreislers "Liebesleid" neu arrangiert. Mit der Gesangssolistin Karin Bachner lasse sich auch eine Grönemeyer-Nummer in den Fünfvierteltakt dehnen, sagt Berger: "Ich ging bei der Stückauswahl danach vor, was ich selber gern höre."

Premiere im Oval im Europark

Premiere feiert das Projekt diesen Freitag im Oval im Europark. Dessen Leiterin Margret Stronegger gilt als Geburtshelferin des Projekts. "Sie hat mir nach dem Geburtstagskonzert zu meinem 50er freie Hand für ein weiteres Projekt gegeben. Ich hätte also auch ein Symphonieorchester auf die Bühne stellen können." Im namhaft besetzten Ensemble finden sich auch langjährige Weggefährten wie Schlagzeuger Franz Trattner oder Bassist Alex Meik.

Ob der Ausflug ans Pult des Bandleaders einer Großformation eine einmalige Erfahrung bleibt oder ausbaufähig ist, will der vielbeschäftigte Musiker noch nicht sagen. Schließlich habe es sich als Herausforderung erwiesen, 16 Kollegen für eine Hauptprobe nach Wien zu lotsen - mit unerwarteten Schwierigkeiten wie der Zeitumstellung. "Es ist ein kleiner Eindruck davon, wie es ist, so ein Ensemble zu leiten. Wie es Count Basie oder Duke Ellington gelang, ihre Big Bands über 20 Jahre zusammenzuhalten: höchsten Respekt." Der Moment, wenn solch ein Klangkörper die eigene Musik zu spielen beginne, sei jedoch die Tausenden Arbeitsstunden wert, erzählt Herb Berger.

Konzert: "Just for fun", Herb Berger Big Band. Salzburg, Oval, 1. April, 19.30 Uhr.

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