Kultur

Salzburger Rupertinum lockt mit neuen Attraktionen

Nach der Renovierung wurden am Freitag im Museum der Moderne im Festspielbezirk das neue Café 220 Grad, die Kunstinstallation im Hof und der neue Eingangsbereich eröffnet. Am Samstag lädt das Rupertinum zum Tag der offenen Tür.

Eigentlich wollte es Familie Macheiner eine Woche vor der offiziellen Eröffnung ihres dritten Cafés in der Salzburger Altstadt sanft angehen und den Betrieb im 220 Grad Rupertinum langsam hochfahren. Daraus wurde nichts. "Das Café war vom ersten Tag an sehr gut besucht, viele unserer Stammkunden waren neugierig und sind sofort gekommen", sagt Juniorchefin Katharina Macheiner.

Wie das Museum der Moderne (MdM) mit dem M32 auf dem Mönchsberg hat nun auch der weniger exponiert gelegene zweite Standort im Festspielbezirk ein urbanes Lokal, das dazu beitragen wird, mehr Aufmerksamkeit auf das Rupertinum zu lenken. Das Café ist in die ehemalige Skulpturenhalle eingezogen. Raumprägend ist in dem lichtdurchfluteten Lokal mit der Gewölbedecke die zwölf Meter lange, mit Zement verkleidete Holzbar, die von modernen Leuchten ins rechte Licht gesetzt wird. Die Gäste sitzen auf cremefarbenen Barhockern und können Barista Markus Groß bei der Arbeit zuschauen. Wer an der Seite mit den raumhohen Fenstern aus Stahl und Glas Platz nimmt, schaut ungehindert in den Innenhof mit dem Stöcklboden aus Adneter Marmor, den der Salzburger Architekt Gerhard Garstenauer 1983 bei der Umgestaltung des frühbarocken Rupertinum vom ehemaligen Priesterseminar und Studentenheim zum Museum gestaltet hatte. Der Steinboden setzt sich im Lokal fort. Wie das Gebäude steht auch Garstenauers Umgestaltung unter Denkmalschutz.

Familie Macheiner hat in das Café 600.000 Euro investiert. "35 Prozent davon entfallen auf das Design", sagt Alois Macheiner. Wie das Café 220 Grad im Nonntal und in der Chiemseegasse trägt das Lokal die Handschrift des Studio Riebenbauer. Ein Lokal müsse überzeugen und durch das Ambiente und das Personal eine Atmosphäre kreieren, in der sich die Gäste wohlfühlen, sagt Macheiner. Deshalb investieren er und Gattin Margret nicht in Werbung, sondern eben in Design - vom Mobiliar bis zum Geschirr. Kaffeetassen mit Henkel sucht man vergeblich. Die extra für das Café von Hand gefertigten Porzellantassen aus einer Wiener Manufaktur haben die Form von Bechern. Auch der Espresso wird henkellos serviert.

Im Hof weckt eine Arbeit des für seine Werke im öffentlichen Raum bekannten Künstlers Werner Reiterer Aufmerksamkeit und regt zum Innehalten und Hinschauen an. Die Installation mit dem Namen "Mind Traffic" wurde durch den Fonds Kunst am Bau des Landes Salzburg beauftragt und erworben. Reiterer, der in Wien lebt und arbeitet, bezeichnet sein Werk als "visuellen Köder", der die Sichtbarkeit des Rupertinum erhöhen und Leute zu einem Besuch animieren soll. Auf einem LED-Display, das an die Anzeigentafeln im Straßenverkehr erinnert, leuchten von Reiterer in Deutsch und Englisch verfasste wechselnde Slogans und Botschaften auf, die zur Selbstreflexion und zum Philosophieren über Kunst und die Sicht auf die Welt anregen und Neugierde wecken. Ein Durchgang dauert sechs Minuten. Er verstehe die Slogans als Vorschlag, wie man die Welt interpretieren könne, sagt Reiterer. Zwei weitere Videos sind in Arbeit.

Offiziell präsentierten LH Wilfried Haslauer, sein Vize Heinrich Schellhorn, MdM-Direktor Thorsten Sadowsky und Landeskonservatorin Eva Hody am Freitag auch das modernisierte Foyer und den neu gestalteten Eingangsbereich, über den das Museum nun barrierefrei zugänglich ist. Gemeinsam mit Silvia Panek-Kößl haben Architektin Maria Flöckner und Architekt Hermann Schnöll im Innenhof eine Rampe aus eingefärbtem Beton gestaltet, deren Einfassung zugleich als Sitzgelegenheit dient und auch den Baum im Hof umrahmt. Insgesamt hat das Land 800.000 Euro investiert. In einem nächsten Schritt wird die Fassade mit den Zungenbärten von Friedensreich Hundertwasser saniert, zudem wird der Schriftzug über dem Eingang erneuert.
Tag der offenen Tür: Am Samstag (2. April) sind die Fotoausstellung von Marion Kalter und die grafischen Arbeiten von Heimo Zobernig im Rupertinum gratis zugänglich (10-18 Uhr). Bis 12 Uhr finden zudem Führungen zur künstlerischen Geschichte des Museums statt. Atelier für Kinder: 14-16 Uhr.


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