Kultur

Schmiede Hallein: Ab sofort herrscht Ausnahmezustand

Christoph Janka plant Raffiniertes. Er baut an einer Art Mini-Roboter. Der funktioniert wie ein kleines Orchester. Dafür wurde ihm vom Land das Jahresstipendium für Medienkunst verliehen.

Der gebürtige Salzburger Christoph Janka bekam im Halleiner kunstraum pro arte das mit 10.000 Euro dotierte Jahresstipendium für Medienkunst verliehen. Und zwar für sein Projekt namens "The Total Mechanized MIDI-Orchestra". Das Stipendium wird vom Land Salzburg auf Vorschlag einer unabhängigen Jury zur Förderung von Künstlerinnen und Künstlern vergeben. Partner ist dabei die Schmiede Hallein.

Das wundersame Gerät besteht aus Motoren, Elektromagneten und pneumatischen Bestandteilen. Deren einzelne Stimmen werden mit einem Mikrofon abgenommen. Zuhörende können selbst MIDI-Files einspeisen und dann entweder live oder per Videoübertragung im Internet der Aufführung des eigenen Musiktracks zusehen. Aus der Jury-Begründung: "Dass in Christoph Jankas Arbeit letztendlich die Roboter, die das Orchester bilden, zur 'Humanisierung des Klanges' beitragen, zeigt den spitzfindigen Humor, den der Künstler hier einbringt." Wir dürfen gespannt sein.

MIDI steht übrigens für "Musical Instrument Digital Interface". Zu deutsch bedeutet das in etwa ,Digitale Schnittstelle für Musikinstrumente'. Mit der Entwicklung der Computertechnologie hielt die digitale Revolution auch Einzug in die elektronischen Musikinstrumente. Es ergab sich die Notwendigkeit erkannt eine Möglichkeit zu finden, wie digitale Instrumente untereinander, und mit dem Computer kommunizieren können. 1981 wurde dafür von Dave Smith ein Protokoll (also quasi Richtlinien für den Ablauf verschiedener Prozesse) entwickelt, welches 1983 als MIDI der Welt vorgestellt wurde.

Wer ist eigentlich Christoph Janka?

Christoph Janka wurde 1973 in Salzburg geboren. Er lebt und arbeitet als Musiker, Künstler, Tontechniker sowie Produzent in Wien, wo er ein eigenes Tonstudio betreibt und bislang mehr als 18 Tonträger veröffentlichte. Der gelernte Maschinenbauer studierte "experimental music" am ELAK (Musikuniversität Wien). Den Preis wurde ihm von Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn überreicht. Jankas Konzept "Orchester aus Motoren, Elektromagneten und pneumatischen Bestandteilen", das von der Jury (Hildegard Fraueneder, Julia Eder und Karl Zechenter) ausgewählt wurde, kann nun in den kommenden Monaten umgesetzt und auf der Schmiede 2017 vorgestellt werden. In der Jury-Begründung hieß es: "Dass in Christoph Jankas Arbeit letztendlich die Roboter, die das Orchester bilden, zur ,Humanisierung des Klanges' beitragen, zeigt den spitzfindigen Humor, den der Künstler hier einbringt."

Die Verleihung des Jahresstipendiums war zugleich Anlass für die Eröffnung Ausstellung "Compositions for a Room" von Maria Morschitzky. Die Salzburgerin wurde 2015 mit dem Landespreis für Medienkunst ausgezeichnet. In Hallein präsentiert sie ein Werk, das in diesem Sommer beim Künstlersymposion ORTung in Stuhlfelden entstanden ist. Die Ausstellung ist bis 29. Oktober im kunstraum pro arte, Schöndorferplatz 5, in Hallein zu sehen.

Bei der anschließenden Vernissage stellte Maria Morschitzky ihre Umsetzung des Siegerprojekts zum Salzburger Landespreis für Medienkunst 2015 "Compositions for a Room" der Öffentlichkeit vor. Die "Compositions" verknüpfen Zeichnungen, Objekte, Skulpturen, Videos & Animationen, Schattenprojektionen, Sound/Text und Elektronik zu einer Rauminstallation, die den Betrachter magisch anzieht. "Indem sie Licht einsetzt, führt Maria Morschitzky uns hinter dasselbe. ... Die Spiegel locken die BetrachterInnen an, wie das Licht die Mücken. Beim näheren Betrachten des Spiegelbilds erfahren wir jedoch, dass die Glasscheiben und Fenster manipuliert sind. Objekte erwachen unerwartet zum Leben, die Grenze Subjekt/Objekt verschwimmt. Die Fenster öffnen Denk- und Seelenräume, belohnen mit einer neuen Perspektive." erklärt Künstlerkollegin Bettina Eigner die faszinierenden Installationen.

Termine für Interessierte:

Bei diesen Schmiede-Veranstaltungen sind Zuschauer ausdrücklich eingeladen.

Freitag 16. September

- Alte Saline, Pernerinsel

Impuls-Präsentationen (Weg und Methoden) plus Dialog

15:30 Rüdiger Wassibauer - Akademie - Gedanken und Perspektiven zur Initiative.

16:00 Bernhard Förg

17:00 Ruth Sergel

18:00 Mark Coniglio

20:00 Vernissage - Ada - the crypto-algorithmic lovelaced opera

Anmeldung via SMS unter +4367761262387

22:00 SmithWelcomeParty - Zone 11 - Pernerinsel - Eintritt € 5,- (Smiths € 2,50)

Samstag 17. September

- Alte Saline, Pernserinsel

Öffentliche Workshops

12:00 - 13:30 Sharing training - Body Hub (Teilnahmegebühr)

13.00 - 15.00 Die Innereien elektronischer Spielzeuge. Zerlegen, Erkunden, Auseinandersetzen. Martin Murer; Unkostenbeitrag 15 Euro

14:00 - 15:00 Change Management for Body and Mind

Lilli Wassibauer, Christof Murr - HealthLab; Teilnahmegebühr

15:00 - 16:00 Einführung ins Löten

Romedius Weiss - Tinkerlab - Unkostenbeitrag: 10,-

Anmeldung bis 16. September per email an office@schmiede.ca oder persönlich an der Rezeption auf der Pernerinsel

Quelle: SN

Aufgerufen am 26.09.2018 um 04:43 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/schmiede-hallein-ab-sofort-herrscht-ausnahmezustand-1060369

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