Kultur

Schnalzer zeigen Mut: Ausflug in die Moderne

Die Schnalzer aus Maria Alm pflegen ihre Tradition mit Hingabe. Keine andere Jugendgruppe in Land siegt öfter. Jetzt zeigen sie richtig Schneid. Und stehen in der ARGEkultur auf der Bühne.

Alois Gruber (ganz hinten, 2. v.l. ); ganz hinten r. Matthias Lechner, 3. Reihe ganz li. Lukas Schnaitl, der auch beim Stück mitspielt. Das Foto zeigt das Siegerteam vom Preisschnalzen in Rauris 2019.  SN/privat
Alois Gruber (ganz hinten, 2. v.l. ); ganz hinten r. Matthias Lechner, 3. Reihe ganz li. Lukas Schnaitl, der auch beim Stück mitspielt. Das Foto zeigt das Siegerteam vom Preisschnalzen in Rauris 2019.

Viele Jahre bemüht er sich um die Schnalzer in Alm. Mit großem Erfolg. Die Rede ist von Alois Gruber. Doch Erfolg, so sagt er, stehe für ihn und seine Kollegen nicht im Zentrum. Es sei das Miteinander. Die Gemeinschaft. Die gelte es zu pflegen.

Alois Gruber: "Wir sind kein Elitezuchtverein, bei dem es nur ums Gewinnen geht." Die Gruppe probiere Neues, Anderes aus. Im Umgang und auch mit neuen Medien. "Auf WhatsApp entstehen im Austausch der Gruppe oft lässige Ideen." Denn, davon ist Lois Gruber überzeugt: "Tradition darf man nicht verkitschen. Aber Neues auf Basis der Tradition entwickeln. Sonst herrscht Stillstand." Freilich: Dazu gehört Schneid. An der fehlt es Gruber und den Schnalzern nicht. Deshalb wirken einige an einer Theaterproduktion mit. In Salzburg. In der ARGEkultur. Wie kam's dazu? Gruber wurde von der Schauspielerin und Texterin Susanne Lipinski kontaktiert. Sie stammt aus Leogang, lebt in Graz. Lipinski trug die Idee vor, dass in ihrem Stück namens "Schnalzen" diese spezielle Form der lokalen Tradition auch auf der Theaterbühne zu erleben sein sollte. Gruber: "Schnalzen diente früher, etwa in Südtirol, als Kommunikationsmittel von Alm zu Alm, wurde auch als Warnsignal eingesetzt." Der Knall beim Schnalzen erreicht Überschall. "1000 km/h, die mit eigener Kraft, ohne künstliches Zutun entstehen."

„Keine Scheu vor modernen, zeitgenössischen Kunstformen“: Susanne Lipinski, Kunstschaffende.  SN/sn
„Keine Scheu vor modernen, zeitgenössischen Kunstformen“: Susanne Lipinski, Kunstschaffende.

Der offizielle Text zum Stück liest sich so: "Sein Leben lang hart gearbeitet, findet ein Bauer ,was Fremdes' auf seinem Feld: "Was ist es denn? Was macht es denn? Putz' ma des weg, sagt der eine, klaub' ma des auf, sagt der andere, aber einigreifen tua i nit!"

Das Stück "Schnalzen" sei eine "performative Parabel über den Mythos des Unbekannten." Das Kollektiv Kollinski führe (Puppen-)Spiel, (Volks-)Kultur, (Live-) Schnalzen und E-Musik zusammen, konstruiere gemeinsam mit der Schnalzergruppe Maria Alm 'das Fremde'.

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