Kultur

Seitensprünge und viel Witz auf der Burg Golling

Kann man einen Seitensprung des Partners mit Humor nehmen? Offenbar schon. Das zumindest legte Schauspielerin und Autorin Konstanze Breitebner mit ihrer Eröffnungskomödie bei den Festspielen Burg Golling am Dienstagabend dem Publikum nahe.

Mit viel Ironie und Witz manövrierte Breitebner sich und ihren Mann, Drehbuchautor und Regisseur Peter Mazzuchelli, durch eheliche Dialoge, die wohl alle Paare aus ihrem Alltag kennen. Am Schluss war alles wieder gut.

"Humor tut der Liebe gut und lässt sie überleben", sagt Konstanze Breitebner. Die beiden Protagonisten ihres Stückes geben dem Publikum ihre eigenen Ratschläge mit: "Für jeden Mann kommt einmal im Leben die Stunde der Wahrheit, und dann heißt es: lügen, lügen, lügen", empfahl etwa Pater Mazzuchelli als "Fred". Seiner Frau "Mila" hatte er davor gerade erklärt, dass es "im Leben eines Mannes eben Situationen gibt, in denen das Hirn aussetzt". Schwacher Trost für die Frauen im Publikum: "Es wird nie wieder so wie früher", lässt "Mila" die Zuhörerinnen wissen.

Letztendlich hilft vielleicht eher lachen, lachen, lachen. "In schlimmsten Zeiten muss man immer schauen, wo man lachen kann und die Größe haben zu lachen. Das hilft", betont Breitebner. Sie selbst heiratete ihren Ehemann übrigens erst nach 33 Beziehungsjahren. "Das war vor eineinhalb Jahren", berichtet die Schauspielerin.

Immerhin schon 39 Jahre verheiratet ist Festspiel-Vorstand Hermann Döllerer. Dass Humor in jeder Beziehung hilfreich ist, kann er bestätigen. "Konstanze Breitebner hat ihren Mann, der ein erfolgreicher Regisseur und Drehbuchautor ist, zu einem guten Schauspieler gemacht", sagt er. Das Eröffnungsstück der Festspiele Burg Golling habe das heurige Thema wunderbar getroffen, ergänzt der künsterlische Leiter, Philipp Preimesberger. "Wir haben ja die Leichtigkeit der Kunst zum Thema gemacht, und da hat das perfekt gepasst."

Nach dem Kulturgenuss traf man sich in Döllerers Genusswelten. Spitzenkoch Andreas Döllerer verwöhnte die Gäste - darunter Flughafen Salzburg-Geschäftsführerin Bettina Ganghofer, Sparkassen-Vorstandsdirektor Christoph Paulweber, Siemens Salzburg-Direktor Wolfgang Schneider und Noch-Bürgermeister Anton Kaufmann sowie seinen Nachfolger Peter Harlander, der heute, Mittwoch, das Amt übernehmen soll - mit einem mehrgängigen Menü. Kredenzt wurde unter anderem gebeizter Bluntaulachs, geschmorte Schulter vom Rauriser Reh mit Eierschwammerl und Pfefferkirschen sowie Panna Cotta mit Ribisel, Kräutern und Joghurt. Für Anton Kaufmann gab es zudem eine Ehrenkarte, die ihn zum lebenslangen Eintritt zu den Festspielen Burg Golling berechtigt.

Bis Ende August folgen auf der Burg Golling 16 weitere Festspielabende. Erstmalig auftreten wird Peter Weck. Er wird unter dem Titel "War's das?" morgen, Donnerstag, Erinnerungen aus Kindheit, Krieg und seiner frühen Karriere präsentieren. Der amtierende Jedermann der Salzburger Festspiele, Tobias Moretti ist am 25. Juli mit einer Lesung zu Gast und Sänger und Entertainer Daniel Serafin, der ebenfalls zum ersten Mal in Golling auftritt, übernimmt das Abschlusskonzert am 30. August. Die "Poncho"-Pflicht im Burghof soll übrigens ungetrübten Festspielgenuss auch bei kurzen Schauern ermöglichen.

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