Kultur

Snow Jazz setzt auf junge Klänge und Livestream

Die 17. Ausgabe des Gasteiner Jazzfestivals versammelt von 8. bis 18. März hochkarätige Jazzformationen auf Skihütten, in Hotels und in der zentralen Spielstätte Sägewerk. Das Eröffnungskonzert am Freitagabend wird erstmals auf Facebook live gestreamt.

Gastein ist Hipsterland. Erfahrungsberichte internationaler Blogger und Journalisten erwecken den Eindruck eines alpinen Exils, das sich die junge Szene aus Berlin Mitte und ähnlichen Kreativbezirken in München und Wien hier geschaffen hat. Initiativen wie "Art on Snow" oder "sommer frische kunst" tragen diesem touristischen Strukturwandel Rechnung.

Sepp Grabmaier hat bereits zur Jahrtausendwende einen Jazzclub in seinem Sägewerk geschaffen - und damit eine kulturelle Lücke im Tal geschlossen. "Mir taugt das, was derzeit in Gastein passiert", sagt der 59-Jährige: "Auch wir bemühen uns über das Jahr hinweg, verstärkt junge hippe Bands zu buchen."

Einige Vertreter einer jüngeren Musiker-Generation sind ab morgen, Freitag, auch beim 17. Snow Jazz Gastein in Hotels, auf Skihütten und im Sägewerk zu hören. Die Wiener Band Edi Nulz etwa, die ihren avancierten Jazz-Sound mit Rock- und Elektronik-Elementen anreichert. Oder das Trio Rom/Schaerer/Eberle, das dem Vokal-Schwerpunkt in der ersten Hälfte des zehntägigen Festivals gerecht wird.

Das Festivalfinale am zweiten Wochenende prägen große Ensembles wie das Aarhus Jazz Orchestra aus Dänemark, die Jazz Big Band Graz oder das Mereneu Projekt des brasilianischen Komponisten Emiliano Sampaio. Für einige Künstler wie Organist Raphael Wressnig oder das Quartett Saxofour ist das Sägewerk wie ein zweites Wohnzimmer. Das sei durchaus im Sinne des Gründers: "Wir machen ein Festival für Freunde - und mit Freunden."

Nicht nur Musiker fühlen sich bei Snow Jazz Gastein heimisch. 70 Prozent der Besucher seien Stammgäste, rechnet der Festivalleiter vor: "Die kommen jedes Jahr, gehen zehn Tage lang Ski fahren und abends hören sie sich die Konzerte an." Auch auf Gasteiner Skihütten ist jazzige Livemusik zu erleben.

Für die Verbreitung des Festivals geht man auch neue Wege: Das Eröffnungskonzert mit Wressnig und Souldiva Gisele Jackson wird auf "Facebook live" gestreamt. Ein weiteres Konzert wird mit vier Kameras aufgenommen und für YouTube aufbereitet. Die Social-Media-Agenden legt Grabmaier ganz bewusst in junge Hände: "Ich habe mal eine Seite angelegt und die gleich wieder geschlossen. Mir zwitschert und zirpt es zu viel."

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.09.2018 um 03:28 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/snow-jazz-setzt-auf-junge-klaenge-und-livestream-25106452

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