Kultur

St. Veit erinnert an Thomas Bernhards Aufenthalte in Grafenhof

Die Thomas-Bernhard-Tage feiern heuer ihr 25-jähriges Bestehen.

Seit 1995 veranstaltet der Museumsverein St. Veit gemeinsam mit der Universität Salzburg alljährlich Anfang Oktober ein Programm mit Vorträgen, Zeitzeugengesprächen, Lesungen zeitgenössischer Autoren sowie Diskussionsrunden zu Ehren des österreichischen Autors von Weltrang.

Thomas Bernhard (1931-1989) war zwischen 1949 und 1951 Patient der Lungenheilanstalt Grafenhof in St. Veit und hat diese Erfahrungen in seiner autobiografischen Erzählung "Die Kälte" (1981) verarbeitet. Lebensgeschichtlich wichtig war zu dieser Zeit die Begegnung mit dem Musiker und Mitpatienten Rudolf Brändle sowie mit Hedwig Stavianicek, Bernhards späterem "Lebensmenschen". Auch in anderen Werken wie etwa dem Debütroman "Frost" (1963) nimmt der Autor auf St. Veit und seine Umgebung Bezug.

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Bernhard-Tage gibt es heuer von 11. bis 12. Oktober in St. Veit/Pongau ein ausgewähltes Programm zum Schwerpunktthema "Thomas Bernhard und die Künste" statt. Am Freitag, den 11. Oktober, eröffnen LH-Stv. Heinrich Schellhorn und der ehemalige Bürgermeister von St. Veit und frühere Obmann des Museumsvereins St. Veit Richard Donauer die Veranstaltung. Der Kirchenchor St. Veit unter der Leitung von Markus Nunzer trägt in der Pfarrkirche Musikstücke mit Orgelbegleitung vor, die Thomas Bernhard selbst gesungen hat. Der Schauspieler Peter Arp liest Auszüge aus Bernhards Erzählung "Die Kälte".

Am Samstag, den 12. Oktober, referieren Harald Gschwandtner, Hans Höller, Renate Langer, Susanna Löffler und Manfred Mittermayer im Seelackenmuseum St. Veit, wo in zwei Räumen eine Dauerausstellung zu Thomas Bernhard zu sehen ist, über Aspekte der Musik, der bildenden Kunst, der Architektur und der (Lebens-)Kunst im Leben und Werk des Autors. Außerdem wird das Thomas-Bernhard-Themenheft der Literaturzeitschrift SALZ (Ausgabe 176) vorgestellt. Dabei liest die Schriftstellerin und Bachmann-Preisträgerin Birgit Birnbacher (geb. 1985 in Schwarzach) ihren darin veröffentlichten Text "Schwarzach-St. Veit", der Bezugspunkte zu Bernhard und der Landschaft Salzburgs auslotet.

Anlässlich des Jubiläums bringt das Literaturarchiv Salzburg auch eine reich illustrierte Broschüre mit Beiträgen von Hans Höller und Bernhard Judex sowie Transkriptionen einstiger St. Veiter Vorträge von Rudolf Brändle und Wieland Schmied heraus. Sie enthält außerdem eine vollständige Dokumentation aller Vorträge und sonstigen Veranstaltungen bei den Bernhard-Tagen seit 1995.


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