Kultur

Stille Nacht als Musical: "Es wird ein Politikum"

Die Proben haben begonnen, die Spannung steigt: Braut sich gar ein kleiner Skandal zusammen? SN-Leser können exklusiv dabei sein.

Der Berliner Andreas Gergen (links) ist Regisseur des Musicals „Meine Stille Nacht“. Musik und Text stammen von den US-Amerikanern John Debney und Hannah Friedman.  SN/landestheater
Der Berliner Andreas Gergen (links) ist Regisseur des Musicals „Meine Stille Nacht“. Musik und Text stammen von den US-Amerikanern John Debney und Hannah Friedman.

Welche Schlagzeile er nach der Vorpremiere am 23. November gern lesen würde? Regisseur Andreas Gergen schmunzelt: "Das ging ja nochmal gut … "

Salzburg beschäftigt derweilen ja noch immer die Frage: Ja, muss das sein? Die Idee des Salzburger Landestheaters, das Jubiläumsjahr von "Stille Nacht" für eine ungewöhnliche Inszenierung zu nutzen, sorgte in der Kulturszene für einige Irritationen: Warum ein Musical? Warum von US-Amerikanern, sozusagen von Hollywood, in Szene gesetzt?

Seit Ende Oktober wird in Salzburg geprobt. Es ist ein logistischer Kraftakt. Chöre, Ballett, Musicalensemble - insgesamt 120 Darsteller werden sich auf der Bühne tummeln. Was Salzburg erwartet? "Eine Überraschung", sagt Gergen. Zumindest nicht das, was viele erwarten. Denn es wird nicht um die Entstehungsgeschichte des berühmten Weihnachtslieds gehen. Im Mittelpunkt steht vielmehr seine Friedensbotschaft - "mit aktuellem Bezug", wie Gergen sagt.

Was nämlich die wenigsten wüssten: "Stille Nacht" habe insgesamt sechs Strophen, und drei davon seien weitgehend unbekannt. Jene drei, die politische Botschaft hätten. Die sich mit den Wirren nach den Kriegen Napoleons, der Neuordnung im Zuge des Wiener Kongresses 1815 beschäftigten. Wie heute rangen auch damals widerstrebende Kräfte: Abschotten oder offen sein für Neues, auch Fremdes?

Tradition versus Moderne, das ist der Stoff, aus dem das Musical "Meine Stille Nacht" schöpft. Mit breitem Musikstil - Rap inklusive. Mit rührender Liebesgeschichte - Hollywood lässt grüßen. Mit manch versteckter oder offener Provokation - eine Nummer des Stücks, bei der die innovative Protagonistin am hier herrschenden Denken scheitert, heißt "Nicht in Salzburg".

Bei den Proben ist die Spannung zum Greifen. "Alle wissen, dass das ein großes Ding ist, das auch kritisch beäugt wird", sagt Gergen. Und: "Es wird ein Politikum." Umso wacher, konstruktiver, engagierter sei das Ensemble.

"Meine Stille Nacht" feiert am 24. November in der Felsenreitschule Premiere und wird zwölf Mal gespielt. SN-Leser können das Musical exklusiv schon vorab am 23. November erleben - alle alle wichtigen Details:


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Die Leserinnen und Leser der "Salzburger Nachrichten" haben die Möglichkeit, bei der exklusiven Voraufführung des Musicals "Meine Stille Nacht" dabei zu sein und Gutes zu tun. Der Reinerlös der
gesamten Veranstaltung kommt dem Verein Rettet das Kind e. V.
zugute.

Datum der Aufführung:
Freitag, 23. November 2018
Ort: Felsenreitschule
Beginn: 19.00 Uhr
Tickets: Bei allen bekannten
Vorverkaufsmöglichkeiten des Landestheaters.
Telefon: 0662/87 15 12-222
E-Mail:
service@salzburger-landestheater.at
oder im Onlineshop unter
salzburger-landestheater.at

Die SN danken schon vorab für die Unterstützung

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