Kultur

Tobi Reiser Ensemble: Sag zum Abschied leise "pfiati!"

Allein das ist schon ein Grund hinzugehen: Das Tobi Reiser Ensemble ist in seiner bisherigen Besetzung nur noch heuer zu erleben.

Tobi Reiser Ensemble: Sag zum Abschied leise "pfiati!" SN/tre
Das Tobi Reiser Ensemble. Es ist in dieser, in seiner Original-Besetzung, nur noch heuer zu erlebe.

Sechzig Jahre. Eine schier endlose Zeitspanne. Aber am Ende muten sechs Jahrzehnte dennoch an wie ein Wimpernschlag. Sechzig Jahre schon bewegt sich die Salzburger Institution namens Pepi Wimmer im musikalischen Kosmos von Tobi Reiser. Doch heuer ist Schluss. Er legt sein Hackbrett und seine Gitarre zur Seite. Zumindest wenn es um Offizielles geht. Und mit ihm tun das auch August Kothbauer und Mandi Hugel. Das Ensemble muss sich dadurch völlig neu formieren. Mit anderen Worten: Josef Radauer (Kontrabass), Herbert Lagler (Zither), Pepi Wimmer (Hackbrett, Gitarre), Regina Czifra (Harfe), Mandi Hugel (Gitarre), Christine Brandauer (Flöte), Elmar Oberhammer und August Kothbauer (Violine, Viola) sind in dieser Besetzung nur noch heuer beim Tobi Reiser Adventsingen zu erleben.

Das Ensemble steht für höchste musikalische Qualität in der Volksmusik. Da wächst beim Zuhören oft genug eine Ganslhaut und die Seele schwingt mit.

Chronisten wissen: Der Salzburger Volksmusikant Tobias Reiser d. Ä. gründete 1934 die Flachgauer Musikanten. Sie spielten ursprünglich in der Besetzung Klarinette, Harmonika, Hackbrett, Geige, Gitarre und Kontrabass. Aus dieser Urbesetzung entstand 1953 das Tobi Reiser Quintett. Es verschmolz mit der Tobi Reiser Geigenmusik zum heutigen Ensemble und wurde zum musikalischen Herzschrittmacher des Salzburger Advent singens im Festspielhaus.

Nach dem Tod von Tobias Reiser jun. übernahm Josef Radauer die musikalische Leitung des Ensembles, Pepi Wimmer die Organisation. Seit 2006 veranstaltet Radauer mit seinem Freunden ein eigenes, das Tobi Reiser Adventsingen in der Aula der Universität. Heuer u. a. mit dabei: der Salzburger Dreigesang, die Pongauer Bläser, die Walchschmied Sänger und Andreas Gassner (Orgel). Neu als Wirt: Leonhard Hartinger. Neu als Erzähler: Sepp Staber.

Doraja Eberle schreibt im Vorspann zum Tobi Reiser Adventsingen, das den Titel "In einer kalten Winternacht" trägt: "Es ist kalt geworden in unserer gegenwärtigen Welt mit den Flüchtlingswellen, mit Hunger, Not und Vereinsamung in vielen Teilen der Welt." Und weiter: "Ich weiß seit vielen Jahren um das ,stille' Bemühen der Freunde und Weggefährten von Tobi und Tobias Reiser um direkte Hilfe für notleidende, kranke Menschen hier und anderswo. Das macht dieses Adventsingen für mich besonders und sympathisch." Schönen Texten und Liedern folgten auch die "guten Werke und Taten".

Tobi Reiser Adventsingen 2016: "In einer kalten Winternacht", Premiere: Fr., 2. 12., 19 Uhr; Aula der Universität; weitere Termine: www.tobi-reiser.at

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