Kultur

Trakl-Büste lag 30 Jahre im Keller des Chiemseehofs

Eine Skulptur des Bildhauers Hans Pacher, die den Salzburger Dichter Georg Trakl zeigt, wurde kürzlich wiederentdeckt. Ihre Enthüllung vor dem Trakl-Haus ist der Auftakt zum heurigen Trakl-Jahr.

Zum 100. Todesjahr Trakls wird es eine Vielzahl an Veranstaltungen geben. Der Reigen begann heute, Montag, mit der Enthüllung einer Büste des Bildhauers Hans Pacher (1913-2002) im Traklhof der Salzburger Altstadt. Am 8. Mai wird das Salzburg Museum einen Trakl-Schwerpunkt präsentieren, und zwar im Rahmen der Ausstellung "Krieg. Trauma. Kunst". Mit je einer Trakl-Ausstellung von Franz Graf in der Deutschvilla Strobl (ab 16. Mai) sowie einem Skulpturen-Projekt der Kunstuniversität Linz (ab 28. Mai) kommen weitere Trakl-Beiträge aus den Reihen der Bildenden Kunst.

Die erste Trakl-Lesung steigt am 6. Februar beim Literatur-Frühstück. Am 19. Juli beim Fest zur Eröffnung der Salzburger Festspiele werden Festspiel-Künstler Trakl-Gedichte vortragen. Auch das Literaturfest Salzburg beschäftigt sich mit dem Dichter, so werden die in Salzburg besonders beachteten Schaufenster-Zitate heuer aus Briefen und Gedichten Trakls stammen. "Ich habe 35 Textstellen ausgewählt, wobei ich die Bedenken, ob Trakl als Schlagzeile taugt, zurückgestellt habe", wie Weichselbaum, der selbst eine Trakl-Biografie verfasst hat und heuer eine revidierte Fassung herausbringt, erläuterte.Veranstaltungsreigen zu Trakels Gedenken Das erste Musiktheaterprojekt ist für den 1. und 2. August angekündigt, die Finanzierung der Kammeroper "Der Liebesfluch" von Hans Kraus-Hübner ist allerdings noch völlig offen. Das gilt nicht für "Der Abschied" von Walter Kappacher, die szenische Aufführung aus der Feder des Büchner-Preisträgers läuft am 15. August im Rahmen der Salzburger Festspiele. Der Komponist Klemens Vereno wird ein Trakl-Gedicht vertonen und - im Dezember - die Oper "An versteinerter Schwelle" präsentieren. "Mutter. Trakl" heißt eine Mischung aus szenischer Lesung und Musiktheater, für das der Grabreden-Schreiber und vielfach ausgezeichnete Autor Walter Müller den Text zu Trakls Lebens-Themen Inzest, Drogen und Mutter schreiben wird, die Premiere ist am 2. November im Schauspielhaus.

Filme, Tagungen, Preisverleihungen, Literaturwettbewerbe, Konzerte mit vertonten Trakl-Texten, eine performative Inszenierung der öffentlichen Gedichttafeln sowie eine Führung der Salzburger Fremdenführer zu den Orten Trakls in der Stadt ergänzen die Jahresaktivitäten rund um das 100. Todesjahr. Außerdem soll das kleine Museum im Traklhaus umgebaut und saniert werden, die Finanzierung dieses Projektes der Trakl-Forschungsstätte ist aber noch nicht unter Dach und Fach.Hoch gelobt - und an Drogen verstorben Trakl (1887-1914) ist international renommiert und in 30 Sprachen übersetzt. Er stammt aus der Salzburger Bürgergesellschaft, wurde zum Apotheker ausgebildet und galt als intensiver Konsument von Drogen. Alle Biografen sagen ihm eine inzestuöse Beziehung zu seiner um vier Jahre jüngeren Schwester nach. Eine Schlacht des ersten Weltkrieges mit Hunderten Schwerstverletzten hat den Dichter traumatisiert. Ein Suizidversuch scheitere, aber kurz darauf starb Trakl 27-jährig an einer Überdosis Kokain.

Quelle: APA

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