Kultur

Verrohung der Sprache schadet uns allen

Hasspostings oder einstudierte Sprachschablonen statt konstruktiver Kontroverse: Österreichs Autoren beklagen den Niedergang der Diskussionskultur und politische Einflussnahme.

Die Österreichische Literatur ist vielfältig und facettenreich und vor allem ist sie eines: lesenswert.  SN/sw/brinek
Die Österreichische Literatur ist vielfältig und facettenreich und vor allem ist sie eines: lesenswert.

"Literatur steht nicht nur gegen die geifernde Sprache des Hasses, des Anpatzens und der Aufwiegelung, sondern auch gegen die des Verschleierns, der Stigmatisierung und der phantasievollen Beugung des Rechts", so steht es in der Erklärung zu lesen, welche die Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren (kurz: IG Autorinnen Autoren) nun veröffentlicht hat. Von 22. bis 24. März trafen sich die Autoren in Wien zu ihrer jährlichen Generalversammlung, mit dabei auch O.P. Zier, der seit dem Jahre 2000 im Vorstand der IG sitzt. "Diese Präambel wurde von uns allen mitgetragen und verabschiedet. Unsere Aufgabe ist nicht nur unsere Position in spezifischen Fragen wie Urheberrecht zu vertreten, sondern auch gesellschaftspolitisch Stellung zu nehmen", so Zier.

Diesmal wurde explizit die politische Einflussnahme auf die Statistik Austria angesprochen. Im Mikrozensus, einer von der Statistik Austria durchgeführten Befragung unter rund 50.000 Österreicherinnen und Österreichern, wurden Fragen zu All-in-Verträgen und zur Zufriedenheit mit der Arbeitszeit durch die FPÖ-Sozialministerin Beate Hartinger-Klein wieder gestrichen. Diese Fragen waren bereits zwischen der Statistik Austria und dem Sozialministerium vereinbart worden und demnach im Fragebogen enthalten.

In einer Begründung des Sozialministeriums für die Streichung dieser Fragen hieß es: "Bei der erwähnten Umfrage handelt es sich um Meinungen, aber nicht um notwendige Fakten für das Ministerium zum Thema Zufriedenheit mit Arbeitszeit." "Das ist ein Fall von Zensur in Reinkultur", befindet die IG.

Die politischen Statements von Kulturschaffenden stoßen oft auf großen Widerspruch, ja Hass, es gibt unverhohlene Drohungen. So unterzeichneten 308 Autoren und Künstler eine Rücktrittsaufforderung an Innenminister Kickl. Dazu postete ein Innsbrucker Facebook-Nutzer: "Super, jetzt haben wir eine Liste und wenn es dann soweit ist, wissen wir, wer abgeholt werden muss".

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