Kultur

Video: Die Suche nach dem Hirn von Ernest Thun

Die Kollegienkirche soll im Juli wieder eröffnet werden. Zum Abschluss der Arbeiten warfen die Restauratoren einen Blick in die Gruften. Man vermutet dort das Hirn eines Erzbischofs.



Eine Enttäuschung gab es am Mittwochnachmittag in der Kollegienkirche: Das Hirn von Erzbischof Ernest Thun von Hohenstein war nicht zu finden.

Zum Abschluss der Renovierungsarbeiten ließ die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) auch die Gruften unter der Kirche öffnen. Die statische Situation des Kirchenbodens war zu klären. Und Erzbischof Ernest Thun hatte dereinst veranlasst, dass sein Hirn in der Universitätskirche beigesetzt werden solle. Unter seiner Ägide war die Kirche von 1696 bis 1707 errichtet worden.

Am Mittwoch öffneten dann Arbeiter die letzte noch geschlossene Gruft. Christian Wallisch-Breitsching, für die Erzdiözese für den Umbau verantwortlich, blickte unter der Marmorplatte in eine leere Nische. "Damit bleibt die Suche erfolglos", sagte er etwas enttäuscht. Wallisch-Breitsching hatte das Hirn eigentlich in der großen Rektorengruft vermutet, doch auch dort konnte die Marmorkiste mit den Überresten nicht gefunden werden.

Die Rektorengruft gewährte dennoch Einblicke in das Innenleben der Kirche, die sich dem Kirchenbesucher normalerweise nicht bieten. In der Gruft wurden alle Rektoren der Universität bis zur Auflösung im 19. Jahrhundert begraben. Die Rektoren waren damals auch alle Geistliche.

Den Besuch der Gruft ließ sich auch Erzbischof Alois Kothgasser nicht entgehen. Nach der Begutachtung der größtenteils leeren Nischen schwärmte er aber lieber von seinem Kirchenbesuch Ende 2011: Damals war es möglich gewesen, über das Baugerüst bis unter die Kuppel der Kirche zu steigen. "Dort hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt. Da merkt man erst, was die Erbauer geleistet haben", sagte der Erzbischof. Und fügte noch verschmitzt an, dass die Renovierung länger dauert als damals der Bau der Kirche.

Immerhin: Im Sommer werden die Renovierungsarbeiten fertig sein. Im Herbst hatten noch über drei Millionen Euro gefehlt. Die Bundesimmobiliengesellschaft hat dann ihren Beitrag noch einmal auf 8,4 Millionen Euro erhöht und auch andere Finanziers waren noch eingesprungen. Die letzten 300.000 Euro wurden erst gestern fixiert. Am 8. Juli soll die Kirche eröffnet werden.

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