Kultur

Video: Filmdreh mit Ursula Strauss in Golling

Ursula Strauss ist gut im Geschäft. Doch die Schauspielerin vermisst eine breite Unterstützung für den österreichischen Film.



"Roter Schnee" klingt verwirrend, aber laut ORF-Produktionspartner ZDF ist es nur ein Arbeitstitel für den TV-Film. Der Krimi wird in Salzburg gedreht. Der Termin der Ausstrahlung ist noch offen. Am Dienstag standen die Hauptdarsteller Ursula Strauss ("Schnell ermittelt") und Robert Atzorn ("Unser Lehrer Doktor Specht") beim Gollinger Wasserfall im Einsatz. Ursula Strauss fand auch Zeit für kritische Worte zur Lage von Kunst und Kultur in Österreich.

SN: Frau Strauss, das Publikum kennt Sie aus Rollen in der Großstadt. Ist das Gebirge filmisches Neuland für Sie?

Strauss: Die Großstadt stimmt, wenn Sie "Schnell ermittelt" ansprechen. Ich habe schon viele Sachen auf dem Land gemacht. Richtig im Gebirge, ja, das ist neu. Ich habe mich sehr gefreut, als ich das Angebot bekommen habe. Privat gehe ich ein Mal pro Jahr wandern. In Tirol und in Salzburg.

SN: In diesem Film ermitteln Sie nicht, sondern Sie spielen eine Ärztin?

Strauss: Ja, eine Ärztin, die gern klettert, so eine richtige kleine Berggämse. Dazu muss ich sagen, dass ich zwar wandere, aber zum Klettern habe ich es bisher nicht gebracht. Wir wurden für die Szenen von zwei Bergführern aus Tirol wunderbar eingewiesen. Die beiden haben viel Erfahrung mit Dreharbeiten und Klettern.

SN: Dem Bergfilmer Luis Trenker wurde früher oft vorgeworfen, er lasse die Kameras so halten, dass Kletterszenen extrem dramatisch wirken. Wie real sind Ihre Kletterszenen?

Strauss: Da verrate ich natürlich nichts, das wäre fad. Aber den Luis Trenker habe ich als junges Mädchen getroffen. Wir haben uns mit ihm fotografieren lassen. Das war aufregend.

SN: Der Name Ursula Strauss kommt in Ankündigungen zurzeit sehr oft vor. Wie sieht es in ihrem Terminkalender aus?

Strauss: Der ist wirklich bummvoll. Ich habe zum Beispiel gestern Abend im Wiener Rabenhof Theater gespielt und bin in der Nacht nach Hallein gefahren und heute um halb sechs aufgestanden. Ich bin dankbar dafür, dass ich so ein Arbeitspensum habe, denn ich liebe meinen Beruf. Sicher hat "Schnell" auch einiges verändert. Es sprechen mich viel mehr Leute an und darüber freue ich mich. Es gibt aber keine Gefahr, dass ich auf diese Rolle festgelegt werde, weil ich auch so viel anderes mache.

SN: Geht es dem österreichischen Film so gut, wenn es so viele Aufträge gibt?

Strauss: Das müssen andere beantworten. Ich bin keine Produzentin. Ich mache nur meinen Job. Was ich beobachte, ist, dass es viel mehr geben könnte. Was der österreichische Film leistet, müsste eine noch viel größere Beachtung bekommen. Der Film müsste viel mehr als Kunstform wahrgenommen werden. Der internationale Ruf des österreichischen Films und das, was er im eigenen Land gilt, das ist eine Schere, das ist ein Wahnsinn.

SN: Haben Oscarerfolge und Ähnliches nicht bewirkt, dass nun mehr Geld in den Töpfen vorhanden ist?

Strauss: Mit den Töpfen kenne ich mich nicht aus. Aber ich bekomme mit, dass über die Unterstützung nicht gejubelt wird. Es wird zurzeit den Kunst- und Kulturschaffenden eher das Wasser abgedreht. Es ist für Regisseure und Produzenten sehr schwierig, kontinuierlich zu arbeiten. Ja, es gibt viele Versprechungen. Und es gibt einen sehr geschickten Umgang vonseiten der Politik mit dem Thema. Es wird so getan, als würde man viel tun, aber es tut sich nicht viel. Nur wird das wahrscheinlich nicht nur beim Film so sein.

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