Kultur

Video: MdM-Direktorin Breitwieser auf Erfolg gepolt

Die designierte Direktorin des Salzburger Museums der Moderne heißt Sabine Breitwieser. Am Dienstagvormittag hat sich die 50-Jährige in Salzburg der Öffentlichkeit vorgestellt.

In New York hat Sabine Breitwieser Kunst in großem Stil eingekauft. Als Chefkuratorin am Museum of Modern Art erwarb sie in zwei Jahren 550 Werke für die Sammlung.

In Salzburg warten auf Breitwieser andere Herausforderungen. Am 1. September 2013 wird sie die Leitung des Museums der Moderne (MdM) übernehmen. Auf ein großes Ankaufsbudget für neue Kunst kann sie dabei nicht zählen. Auf eine üppige Salzburger Sammlung moderner Kunst kann sie nicht zurückgreifen.

Was sie zum Wechsel von New York nach Salzburg bewogen habe, war deshalb auch eine der ersten Fragen, die Sabine Breitwieser beantworten musste, als sie gestern, Dienstag, im Büro von LH-Stv. und Museumsreferent Wilfried Haslauer (ÖVP) den Medien ihre ersten Pläne vorstellte. "Ich gehöre zu den Menschen, die gern schwierige Aufgaben haben", lautete die Antwort der österreichischen Kunstexpertin, die in den Jahren 1988 bis 2007 auch die Generali Foundation in Wien aufgebaut und geleitet hat.

"Etwas zögerlich" sei sie zuerst gewesen, als sie um eine Bewerbung für Salzburg gebeten worden sei, berichtete Wilfried Haslauer. Aus 23 Bewerbern fiel die Wahl der Expertenkommission auf Breitwieser. Nun sei sie "wahrscheinlich die erste Chefkuratorin des MoMa, die dort zurückgetreten ist", sagte Breitwieser. Doch auf lange Sicht sei es stets ihr Wunsch und ihr Ziel gewesen, ein eigenes Haus zu leiten.

Haslauer dankte dem scheidenden Direktor Toni Stooss für seinen "wesentlichen Beitrag zum international ausgezeichneten Ruf" des Museums und erhofft von der künftigen Leiterin zugleich einen "sinnvollen Schritt" in Richtung Weiterentwicklung und internationale Wahrnehmung.

Die künftige Direktorin nahm den anwesenden Journalisten unterdessen einen Teil der Arbeit ab: Nach Salzburg sei sie vorerst selbst "mit Fragen gekommen, weniger mit Antworten". Sie wolle ein "Prinzip der Skepsis" mit ins Museum bringen. In nicht wenigen der Fragen schwang da auch Kritik am Istzustand der Salzburger Institution mit.

"Wo ist das Museum, wo ist die Moderne?", fragte Breitwieser, die über den Umweg eines Jusstudiums zur Kunstexpertin wurde.

Weil das MdM nicht über eine eigene, hochkarätige Moderne-Sammlung verfüge, sei der 2004 eröffnete Neubau auf dem Mönchsberg bisher leicht mit einer Kunsthalle zu verwechseln.

Ein Museum müsse aber auch als "kulturelles Gedächtnis" dienen und wichtige Werke sammeln und bewahren. Als künftige Leiterin will Breitwieser deshalb "bestehende Leerstellen ausgleichen". Einen Weg zur Stärkung der Sammlung sieht sie in der Suche nach privaten Förderern. "Ein Museum soll sammeln, dazu braucht es Geld, und da sieht es in ganz Österreich eher schlecht aus", sagte Breitwieser. Die Frage müsse daher nach US-Vorbild lauten: "Gibt es Persönlichkeiten, die das Museum mit ihren Mitteln unterstützen wollen?"

Dass dort, wo die Moderne wohnen sollte, Leere herrsche, habe in Österreich auch historische Gründe: "Viele Sammler wurden vertrieben." Eine Aufgabe müsse es sein, den Blick auf die "dunkle Seite der Moderne" zu richten, "auf Kolonialismus, Faschismus und Vertreibung".

Das Museum der Moderne international stärker zu positionieren und neues Publikum außerhalb der Festspielzeiten anzusprechen, sind weitere Ziele. "Salzburg eilt ein gewisser Ruf voraus", sagte Breitwieser. "Zwei Monate im Jahr ist was los, den Rest der Zeit kannst du vergessen", hätten Freunde gewarnt, als sie von ihren Salzburg-Plänen erfuhren.

Dennoch rechnet sich die künftige Geschäftsführerin des Hauses auf dem Mönchsberg und des Rupertinums, deren Vertrag bis 2018 läuft, "eine hohe Wahrscheinlichkeit aus, dass das, was ich hier machen will, fruchtet".

Aufgerufen am 22.10.2018 um 04:08 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/video-mdm-direktorin-breitwieser-auf-erfolg-gepolt-5107792

Sie will weg und kommt niemals an

Sie will weg und kommt niemals an

Jules Massenets Oper "Manon" wird am Salzburger Landestheater zum Psychogramm eines ziellosen It-Girls. Manon kommt nicht durch die Vordertür. Sie versucht, dem vorgezeichneten Lebensweg über das …

Top Events

Schlagzeilen