Kultur

Wals-Siezenheim: Gute Goaßln der Menschheit

Wenn zum Gemeindeschnalzen von Wals-Siezenheim jährlich Hunderte Besucher pilgern, um dem Knall der Goaßln von fünf Stämmen zu lauschen - dann ist das eine zutiefst menschliche Kulturleistung. Der Sieg ging diesmal an Siezenheim III vor Wals III und Siezenheim II.

Dem Sonnenkönig gleich steht Joachim Maislinger in Loig auf dem Bühnenwagen. Er lässt den Blick über seine fünf Stämme schweifen: Das sind die Walser, die Siezenheimer, die Goiser, die Viehhausener und die Loiger. Von allen Seiten strömen sie herbei, um dem Gemeindeschnalzen von Wals-Siezenheim zu lauschen. Das Schnalzen in Loig ist stets etwas Besonderes. "Durch das Fünfer-Radl, in dem das Gemeindeschnalzen ausgetragen wird, findet es in Loig immer im Wahljahr statt", erklärt Maislinger. Jetzt kommt auch sein Vorgänger Ludwig Bieringer hinzu, dicht gefolgt von den Pfarrern von Wals und Siezenheim. Das sind Virgil Zach und Hans Reißmeier. Auch der Vizebürgermeister von Wals-Siezenheim, Andreas Hasenöhrl, reiht sich unter die Würdenträger. So schnell wird aus dem Aperschnalzen ein Aperolschnalzen.

Fachsimpeln und Augenzwinkern auf der Ehrentribüne

"Eines ist klar", stellt Maislinger augenzwinkernd fest: "Heute kann es nur einen Sieger geben - und der bin ich." Wohlwissend, dass nur er als gewählter Bürgermeister für alle fünf Ortsteile steht. Sogar die Pfarrer treten als Konkurrenten auf. Was sie aber erst nach hartnäckigem Nachfragen zugeben. So verneint etwa Hans Reißmeier ausdauernd die Frage, ob er für die Siezenheimer Passen beten würde. Aber dann räumt er doch noch ein, dass er in der Kirche ein paar Kerzen entzündet haben könnte.

Die erfahrenen Schnalzer beherrschen die Abläufe blind

Jetzt wird gefachsimpelt. Zu den üblichen Favoriten Wals IV, Gois III sowie Siezenheim II und III wird heute auch noch Viehhausen I gezählt. "Die waren beim Üben eine Wucht", sagt Peter Weilner, der Ehrenpräsident der Siezenheimer Schnalzer. Für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung in Loig sorgte Patrick Sturm. Dabei kommt natürlich hinzu, dass der Großteil der Teilnehmer allesamt erfahrene Schnalzer sind, die die Abläufe blind beherrschen.

35 Passen mit 315 Aperschnalzern traten zum Vergleich an

Apropos blind: Einer Art Blindverkostung gleicht auch die Arbeit der siebenköpfigen Jury. Die sitzt neben dem Turnierplatz hinter geschlossenen Rollläden in einem Einfamilienhaus und lauscht den insgesamt 35 Jugend-Passen und Allgemeinen Passen. Das macht 315 Aperschnalzer, die pro Durchgang in Gruppen von neun Schnalzern elf Wiederholungen schnalzen. Das ergibt 99 Knaller pro Pass. Das sind jene Knaller, für die sie seit dem 26. Dezember fleißig trainiert haben.

Ein Leben lang auf der Suche nach dem perfekten Klang

Aber ein echter Schnalzer ist ohnehin ein Leben lang auf der Suche nach dem perfekten Klang, dem vollendeten Rhythmus und vor allem nach einem harmonischen Miteinander. Schnalzen, das ist quasi ein Auftrag von ganz oben, den Winter in die Knie zu zwingen. Nach 3465 Knallern standen dann die Gewinner fest: Der Sieg ging an Siezenheim III (186 Punkte), vor Wals III (184,5), Siezenheim II (183), Gois II (178) und Viehhausen I (177,5). Die Pasch-Wertung holte Wals III vor Siezenheim III und Siezenheim V. Bei der Jugend hatte Viehhausen I (157,5) vor Siezenheim I (143) und Wals I (122,5) die Nase vorn.

Aufgerufen am 19.07.2019 um 09:56 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/wals-siezenheim-gute-goassln-der-menschheit-65531974

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