Kultur

Warum die Musikanten im Vormarsch sind

Beim Bezirksmusikfest in Maishofen waren 1500 Musikanten auf den Beinen. Und tausende Besucher. Braucht es da noch einen Beweis, dass die Musik in Salzburg lebendig wie selten zuvor ist?

120 Jahre TMK Maishofen - das bot einen schönen Anlass, um eine große Feier auszurichten. Josef Schwaiger (Obmann TMK Maishofen) und Kapellmeister Florian Madleitner stimmen ein: "Jubiläen sind dazu da, um Rückschau zu halten und den Vorgängern für ihre unermüdliche Arbeit zu danken. Aber noch wichtiger ist der Blick in die Zukunft. Und die Zukunft unserer Musikkapelle ist sicher eine sehr positive." Mit 87 hat die TMK Maishofen aktuell die größte Zahl an aktiven Musikanten unter den Pinzgauer Blasmusikkapellen. Insgesamt waren es mit Stand Ende des Vorjahres 1639 aktive Musiker im Bezirk. Wie geht es ihnen, den 33 Pinzgauer Blasmusikkapellen? "Im Großen und Ganzen gut. Der Mitgliederstand ist überwiegend so, dass super gearbeitet werden kann", sagt Bezirksobmann Stefan Aglassinger.

Die Feierlichkeiten in Maishofen boten wirklich eine Besonderheit. Etwas, das es nur alle 30 Jahre gibt. Das Bezirksblasmusikfest (alle fünf Jahre) und das Brauchtumsfest der Heimatvereinigungen (alle sechs Jahre im Pinzgau) fanden an einem Wochenende statt. "Es freut mich, dass 31 Pinzgauer Musikkapellen - so viele wie noch nie - und fünf Gastkapellen dieser zweitägigen Veranstaltung einen würdigen musikalischen Rahmen gegeben haben", sagt Aglassinger. Ein besonderes Highlight bot das Gesamtspiel von rund 1500 Musikern am Samstag. "Ein gewaltiges Erlebnis."

Es gebe einen Boom zur Musik, der Altersschnitt innerhalb der Kapellen sinke, schildert Aglassinger weiter. "Das ist erfreulich, dass die Tradition derart hochgehalten wird. Die Blasmusik hat einen wichtigen Part in der Gesellschaft." Gewisse Sorgen könne man aber nicht leugnen, speziell in der Funktionärsfindung. "Es wird in den nächsten Jahren wohl noch schwieriger werden, Kapellmeister zu finden. Die Ausbildung ist lang und schwierig, gerade in kleineren Kapellen ist man das Mädchen für alles. Und es stellt sich die Frage, ob es noch zeitgemäß ist, diesen Posten ehrenamtlich zu übernehmen", sagt Aglassinger.

Dennoch: Zurzeit seien alle 33 Kapellen mit Kapellmeistern besetzt, etwas schwierig sei die Situation in Krimml. Bei der Historischen Anton-Wallner-Schützenmusik muss nach ihrem Neustart noch ein wenig improvisiert werden. "Ich helfe zum Beispiel immer wieder mal als Stabführer oder Dirigent aus", sagt Aglassinger, "aber die Krimmler sind schon wieder gut im Aufbau, sie haben über 30 Leute."


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