Kultur

Zell am See: Ein Blick in den Vogtturm

Er ist gut 1000 Jahre alt und wird jetzt umfassend saniert. Es entsteht ein neuer Ausstellungsbereich.

Anlässlich des Tages des Denkmals gab es vor Kurzem die Möglichkeit, den Vogtturm zu besichtigen. Kurator Erich Erker mit einem Aspekt der wechselvollen Geschichte des Turms: "Zum Verteidigen sind die Fenster relativ groß. Sie sind wahrscheinlich nachträglich eingebaut worden. Man kann vermuten, dass er ab spätestens dem 17. Jahrhundert auch für Wohnzwecke verwendet worden ist."

Im Inneren wird aktuell von verschiedensten Gewerken - zum Großteil stammen sie aus dem Pinzgau - gearbeitet. Malermeister Michael Gühl beschäftigt sich vorrangig mit Denkmalbauten. Er zeigte sich begeistert von der alten Bauweise, bei der Kalk eine große Rolle spielte - und spielt: "Kalk hat eine Zukunft und wird zukunftsreich bleiben, der Bau steht deshalb noch. Wenn man den Schremmhammer ansetzt, fallen ganze Steine heraus. Es gab massive Ausbrüche, aber die Substanz hält das aus."

Der Stuhlfeldener und seine Mitarbeiterinnen stellen neue Kalkoberflächen her, die alten wurden abgeschabt. "Wir haben Schichten festgestellt, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen."

Architekt Andreas Schmid sagte: "Wir haben mehr als 30 Farben gefunden, die Restauratoren haben sie durch feines Abschaben Schicht für Schicht sichtbar gemacht. Es war eine Buntheit, alle Farben sind über die Jahrhunderte vorgekommen. Wir haben uns trotzdem entschlossen, eine gedeckte weiße Fassung herzustellen."

Beim Umbau wurden zwei Durchbrüche ins Nachbarhaus der Spängler Bank gemacht. "Es war die Voraussetzung, dass wir den Turm wieder aufsperren dürfen, weil wir hier Fluchtwege ins Stiegenhaus haben", erläuterte Erker. "Das Durchbrechen war eine große Kunst. Der Steinrestaurator hat erkannt, wenn man einfach aufbrechen würde, dann würde die halbe Mauer rauskommen. Er hat einen Trick angewandt und mit einem rund zehn Zentimeter dicken Bohrer die Türöffnung ausgeschnitten. 20, 30 Mal hat er durchgebohrt, das hat in Summe die Öffnung ergeben." Für diesen Zweck habe die Firma Hilti einen eigenen Bohrer entwickelt, ergänzte Gühl.

Die Fertigstellung und Eröffnung des neuen Ausstellungsbereichs ist für Juni 2020 geplant. Erker: "Wir wollen die Geschichte von Zell am See zeigen, die Kultur, was typisch ist, welche Künstler hier tätig waren. Wir wollen aber auch in die moderne Zeit gehen und zeigen, welche Erfindungen hier bis heute gemacht werden. Auch, welche interessante Firmen hier sind. Schwerpunkt ist Zell am See, aber es betrifft auch das Innergebirg."

Eigentümer und Bauherr des Vogtturms ist die Spängler Bank.


KULTUR-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Kulturmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 02.12.2021 um 10:03 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/zell-am-see-ein-blick-in-den-vogtturm-77473564

Schöne Heimat

winterliche Bergwelt

Von Rudolf Roozen
02. Dezember 2021
heimatliche winterliche Bergwelt. Das späte Licht färbt die Skyline des Steinernen Meeres rötlich. …

Kommentare

Schlagzeilen