Kultur

Zwei Salzburger Künstler auf den Spuren fragmentarischer Oberflächen

Abgenutzte und zerschlissene Sachen, zufällige Fundstücke oder gefundene Splitter: Helmut Fuchs und Günther Nussbaumer finden das Schöpferische im scheinbar Wertlosen. Die beiden Künstler stellen im Museumspavillon der Stadtgalerie im Mirabellgarten aus.

Mit Günther Nussbaumer (Jahrgang 1952 in St. Johann im Pongau) und Helmut Fuchs (Jahrgang 1961 in Braunau) präsentiert die Stadtgalerie zwei Künstler, die sich auf unterschiedliche Weise mit fremden Orten und dort gesehenen und gefundenen Strukturen beschäftigen.

"Für Günther Nussbaumer ist die Fremde kein impressionistischer Reiz, sondern künstlerischer und intellektueller Anreiz, die Struktur dessen, was ihm unbekannt ist, sinnlich zu erfassen und geistig zu ergründen", sagte einst Karl Markus Gauß.

Nussbaumer wollte wissen, wie es sich dem eurpäischen Land Serbien lebt, das nicht EU-Mitglied ist. Er reiste 14 Stunden mit dem Zug nach Belgrad und entdeckte 2017 die Qualität einer Großstadt ohne Masentourismus. "Belgrad hat einen rauen Charme, den man in meinen Bildern - hoffentlich - nachvollziehen kann", beschreibt Nussbaumer.

Helmut Fuchs ist eignet sich "en passant" an fremden Orten Fundstücke für seine keramischen Objekte an, wobei innere Vorgänge zu neuen Sinnzusammenhängen führen. Er sammelt altes Eisen oder Metall und gibt ihnen in nächtlichen Kreativsitzungen in seinem Keller ein neues Gesicht.

Wie seine Skulpturen Metall und Keramik miteinander verbinden, so vereint auch ihr Schöpfer Gegensätze in sich: Sein berufliches und sein Privatleben teilt sich zwischen Salzburg und Oberösterreich auf. Er wurde in Braunau geboren, studierte in Salzburg Jus, arbeitet als Filialleiter der Oberbank in Mattighofen, lebt in der Stadt Salzburg und singt im "Demokratischen Chor Braunau".

Entgegen einer digitalen und klaren Durchgestaltung aller Lebensbereiche, überlassen sich Fuchs und Nussbaumer auf ihren Streifzügen durch unbekanntes Gebiet dem Reiz funktionslos gewordener Überbleibsel an den Randzonen städtischer Kultur.

Der lebendige und geistige Kontext verblühter kultureller Artefakte muss je neu beobachtet, erfahren und geschöpft werden. Der Spaziergang durch Stadtlandschaften wird zu einem künstlerischen Feldversuch.

Öffnungszeiten

Eröffnung: 11.12.2019, 19 Uhr
Dauer: 12.12. 2019 - 17.1. 2020
Ort: Stadtgalerie Museumspavillon
Adresse: Mirabellgarten
Öffnungszeiten: Mo-Fr 14-18 Uhr, Sa&So 11-15 Uhr, an Feiertagen geschlossen.

Quelle: SN

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