Leben

Jugend bewahrt einmaligen Brauch im Lungau

Mehr als zehn Meter hohe Holztürme werden in der Nacht zum Ostersonntag im Lungau entzündet. Bis dahin wird er bewacht.

Mit einem einzigartigen Feuerbrauch in der Nacht zum Ostersonntag wird im Lungau der Frühling begrüßt und die Freude über die Wiederauferstehung Christi bekundet.

Die Landjugend organisiert gleich in vier Orten das Osterfeuer - in Unternberg, Mauterndorf, Lessach und Tamsweg. In Ramingstein bereitet der Sportverein das außergewöhnliche Ereignis vor - ein kleiner Wettstreit um besonders kreative Ideen in Form und Bau inklusive.

Die Vorbereitungen gehen seit Wochen. Die Freiwilligen haben Holz im Wald geschlägert, geschichtet und aufgebaut. In Tamsweg ist der Turm schon 9,5 Meter hoch. "Er wächst noch mit dem Dach auf rund elf Meter, und mit dem Kreuz wird er wohl eine Höhe von zirka 15 Meter erreichen", sagt Michael Rainer, Obmann der Landjugend Tamsweg.

Er und die Mitglieder des örtlichen Vereines haben bis zum Entzünden des Feuers am Samstagabend noch alle Hände voll zu tun. Doch mit vielen Helfern gehts "ratz-fatz". Gefüllt wurde der Turm mit "Fraten", das ist im Lungau das "Gras der Bäume", die sogenannten "Taxen".

Der mittlerweile christliche Brauch verlangt, dass sich das Kreuz immer nach der Ortskirche ausrichtet, in diesem Fall an der Wallfahrtskirche St. Leonhard am gegenüberliegenden Hügel. Früher wurde mit dem Brennen des Feuers der Göttin Ostara, einer Frühlingsgöttin, gehuldigt. Heute werden in der Nacht zum Ostersonntag die Osterfeuer nach dem Kirchgang mit dem geweihten Feuer entzündet.

Damit der Osterturm bis dahin kein Raub der Flammen durch eine "heimliche Brandattacke" anderer Ortsgruppen wird, hat die Tamsweger Landjugend eine Feuerwache eingerichtet. Ähnlich wie beim Maibaumstehlen sei es der Brauch, anderen das Osterfeuer zu "vermasseln". "Uns ist das zwar noch nie passiert, wir werden dennoch wieder besonders wachsam sein", sagt Rainer.

Quelle: SN

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