Politik

17-Jährige aus Radstadt fährt mit Bundespräsident Van der Bellen zum UNO-Gipfel

Anika Dafert aus Radstadt vertritt Österreichs Jugend beim Klimagipfel in New York. Die Aktivistin hat im Sommer auch schon mit Greta Thunberg über den Klimaschutz diskutiert.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit der 17-jährigen Anika Dafert. SN/carina karlovits
Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit der 17-jährigen Anika Dafert.

Es war ein Freitag im Sommer, die Festspielzeit brachte allerhand Prominente nach Salzburg. Die Schülerin Anika Dafert und ihre Mitstreiter ließen sich trotz der Sommerferien nicht davon abhalten, wie jeden Freitag in Salzburgs Innenstadt für mehr Maßnahmen zum Klimaschutz zu demonstrieren. Die 17-jährige Radstädterin hatte die sogenannte "Fridays for Future"-Bewegung im Februar in Salzburg initiiert. Dabei streiken Schüler, um für mehr Maßnahmen im Klimaschutz zu demonstrieren.

An diesem Freitag sahen die Demonstranten, dass Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein mit ihrem Sicherheitsapparat gerade beim Pavillon des Café Tomaselli Platz genommen hatte, wie Anika Dafert schildert. "Wir orientierten uns mit unseren Protestrufen gleich in Richtung der Kanzlerin. Ich habe auch das Gespräch mit ihr gesucht. Schließlich haben wir vereinbart, dass wir einmal zu ihr nach Wien kommen, um dort mit ihr unsere Standpunkte zu besprechen."

Tatsächlich empfing die Kanzlerin einige Wochen später Anika Dafert und andere Delegierte der "Fridays for Future"-Bewegung in Wien. Das Engagement der Schülerin hat offenbar bei ihren Mitstreitern Eindruck hinterlassen: Sie wurde nun zu jener Delegierten gewählt, die die Anliegen der jungen Klimaprotestanten beim UNO-Klima-Sondergipfel in New York in der kommenden Woche darlegen soll.

"Ich bin auf jeden Fall aufgeregt. Als ich im Februar zum ersten Mal demonstriert habe, hätte ich niemals mit so etwas gerechnet. Jetzt ist es eine große Verantwortung, die Interessen unserer Bewegung in New York zu vertreten. Immerhin gibt es bei uns so viele verschiedene Meinungen, die alle vertreten werden sollen."

Eines ist Anika Dafert aber jetzt schon klar: Sie möchte nicht nach New York fliegen, um dort nur von Fotos zu lächeln. "Ich will nicht, dass es heißt: ,Das ist ein junges Dirndl, das kommt auf den Fotos super umma' und am Ende war es nur ein PR-Termin. Ich möchte ganz klar unsere Standpunkte darlegen."

Die österreichische Delegation soll in New York zeigen, was Österreich zu tun gedenkt, um seine CO2-Emissionen drastisch zu reduzieren. Das habe UN-Generalsekretär António Guterres jedem Land aufgetragen, sagt Anika Dafert. "Allerdings hat Österreich dazu im Moment gar keinen Plan. Denn unser nationaler Klimaplan wurde von der EU zurückgewiesen, weil er nicht mit den EU-Klimazielen konform war. Jetzt fährt Österreich nach New York, ohne seine Hausaufgaben gemacht zu haben. Und uns hat man immer vorgeworfen, dass wir unsere schulischen Pflichten vernachlässigen."

Anika Dafert hat in den vergangenen Wochen bereits an anderen internationalen Treffen teilgenommen: Im Juli trafen sich junge Klimaaktivisten in der Schweiz in Lausanne. Dabei durfte Anika Dafert auch Greta Thunberg kennenlernen. Die schwedische Schülerin hatte die Klimastreiks im Vorjahr initiiert. In Lausanne konnte Anika Dafert einen Tag lang mit Greta Thunberg diskutieren. "Ich habe eine Arbeitsgruppe moderiert, an der Greta Thunberg teilnahm. Man hat mitbekommen, dass ihr diese Bewegung sehr am Herzen liegt. Und sie hat auch einen sehr trockenen Humor. Es war sehr lustig und spannend."

Für das Treffen in New York wird Anika Dafert eine ganze Woche den Schulunterricht verpassen. In dem Gymnasium in Bischofshofen gebe es Verständnis für ihre Aufgabe. "Ganz ohne ist es aber für mich nicht, so viel Zeit in der Schule zu verpassen. Immerhin bin ich jetzt in der Maturaklasse. Da gibt es auch in der Schule genug zu tun."

Mehr zum Thema

Aufgerufen am 19.10.2019 um 05:12 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/17-jaehrige-aus-radstadt-faehrt-mit-bundespraesident-van-der-bellen-zum-uno-gipfel-76306645

Die Sprengung auf der Bischofsmütze ist gelungen

Die Sprengung auf der Bischofsmütze ist gelungen

Der 25 Kubikmeter große, instabile Felsbrocken wurde zerstört. Die Arbeit ist noch nicht beendet: Bergretter werden am Wochenende die größeren Brocken wegräumen. Nächstes Jahr soll die Kletterroute saniert …

Kommentare

Schlagzeilen