Politik

20 Kilogramm Plastikmüll pro Kopf und Jahr

Landesrätin Hutter unterstützt geplantes Plastiksackerlverbot des Bundes.

 "Gemeinsam weniger Plastiksackerl" - das hat sich die alte Bundesregierung bereits im Mai 2016 vorgenommen. Die jetztige Bundesregierung will ein Plastiksackerlverbot nun ab 2020 umsetzen.  SN/apa (archiv/fohringer)
"Gemeinsam weniger Plastiksackerl" - das hat sich die alte Bundesregierung bereits im Mai 2016 vorgenommen. Die jetztige Bundesregierung will ein Plastiksackerlverbot nun ab 2020 umsetzen.

Nach einer Erhebung des Landes wurden in Salzburg 2017 pro Kopf rund 20 Kilogramm Plastikmüll verursacht. Gerechnet auf das ganze Bundesland ergibt das 10.985 Tonnen pro Jahr. Müllanalysen ergeben, dass 40 Prozent des Plastiks weiterhin im Restmüll landet.

Landesrätin Maria Hutter (ÖVP) will dieses Thema angehen: "Wir haben nur diesen einen Planeten. Es liegt in unserer Verantwortung, ihn auch für kommende Generationen lebenswert zu halten." Dass der Bund ab 2020 ein Verbot von nicht-abbaubaren Plastiksackerln und der Beimengung von Mikroplastikpartikeln in Kosmetikprodukten und Reinigungsmitteln umsetzen will, begrüßt Hutter: "Dass ein Verbot von Plastiksackerln keine Utopie ist, zeigen Länder wie Frankreich und Italien. Man kann auch Sackerl aus Mais- und Rübenstärke verwenden."

Aber was tut das Land Salzburg selbst? Hutter betont, dass leider nur 40 Prozent des Plastiks, das in den Gemeinden getrennt gesammelt werde, auch recyclierbar sei; der Rest werde daher verbrannt: "Daher wäre es am wichtigsten, dass möglichst wenig Plastik in Umlauf kommt."

In der Stadt Salzburg fordert SPÖ-Gemeinderat Vincent Pultar das Abfallwirtschaftsservice auf zu prüfen, ob und wie ein Testbetrieb für ein Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher möglich wäre. Graz habe so ein System mit 1. Dezember gestartet; auch in München habe man gute Erfahrungen gemacht, betont er.

Hutter winkt ab: "Es wäre es besser, auf umweltfreundliche und recyclebare Produkte und Behälter umzusteigen, denn Pfandsysteme haben ihre Tücken; das sieht man in Deutschland." Wichtigster Schritt sei die Müllvermeidung: "Bei mir zu Hause gibt es etwa keine Alufolie mehr. Die Schuljause meiner Kinder wickle ich in ein Mehrwegtuch aus Bienenwachs, bevor es in die Jausenbox kommt."

Aufgerufen am 01.12.2020 um 01:46 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/20-kilogramm-plastikmuell-pro-kopf-und-jahr-61787839

Kommentare

Schlagzeilen