Politik

2000 Bürger gegen Sporthalle in Liefering

Mittlerweile haben 2000 Bürger des Stadtteils für den Erhalt der Grünfläche hinter der Volksschule unterschrieben. Kinder haben am Mittwoch im Gemeinderat die Petition übergeben.



Hans-Christian Dobler vom Elternverein Liefering ist vom Erfolg seiner Aktion selbst überrascht: "Wir haben schon 2000 Unterschriften für den Erhalt der Wiese hinter der Volksschule gesammelt. Man kann sagen, dass sich der ganze Stadtteil erhebt."

Aber nicht nur die Erwachsenen machen mobil gegen den vom Stadtsenat am Montag auf den Weg gebrachten Bau einer Neuen Mittelschule und die Umwidmung der rund 4000 Quadratmeter großen Wiese dahinter. Dort soll, wie berichtet, eine Sporthalle gebaut werden. Auch die Kinder waren nicht untätig: Sie haben den Zaun zur jetzt als Schulgarten genutzten Grünfläche mit dem Schriftzug "Wir lieben diesen Garten" verziert. Und die kleine Jana zeigt stolz ihre Bastelarbeit: "Wir haben in der Schule eine Sporthalle gebastelt - aber eine zum Aufklappen, mit einer Wiese drin."

Viele Kinder waren am Mittwoch dabei, als die Mitglieder der Bürgerinitiative Liefering, Anrainer und Elternvertreter vor der Sitzung des Gemeinderats die Unterschriften, Bastelarbeiten und Zeichnungen der Kinder als "Erinnerungsstütze" an die 40 Gemeinderäte übergeben. Die Lieferinger wollen aber weiter mobilisieren - ihr nächstes Ziel sind 5000 Unterschriften.

Das Argument von SPÖ und ÖVP, eine Verzögerung des Schulbaus würde die Stadt 1,6 Millionen Euro mehr wegen der dann wegfallenden Umsatzsteuerbefreiung kosten, lässt Wolfram Nobis nicht gelten. Der in Liefering ordinierende Hausarzt sagt, dass er ständig mit übergewichtigen Kindern zu tun habe, die zum Teil auch verhaltensauffällig seien. Würde man ihnen die Wiese wegnehmen, müsse man erst recht mehr Geld in Gesundheits- und Sozialprojekte stecken. Nobis: "Der einzige große Spielplatz in der Nähe ist zu einem Käfig verkommen, wo kein Grashalm mehr wächst." Hans-Christian Dobler will, dass auch der Schulbau in der geplanten Form noch einmal überdacht wird: "Durch die Schule wird die Wiese, wenn sie noch frei bleibt, fast nicht mehr zugänglich."

Bgm. Heinz Schaden (SPÖ) ist von den 2000 Unterschriften "nicht beeindruckt", wie er sagt. "Die 1,6 Millionen Euro entsprechen dem Zehnfachen des Jahresbudgets für die Einrichtung der über 20 städtischen Schulen." Bezüglich der geplanten Sporthalle zeigt er sich aber kompromissbereit: "Ich bin für einen guten Alternativstandort zu haben. Derzeit gibt es aber noch keinen." Der Vorschlag der ÖVP, auf dem Riedenburgkasernen-Areal zu bauen, sei aber wegen der hohen Grundkosten unrealistisch, meint Schaden.

Aufgerufen am 17.12.2018 um 01:25 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/2000-buerger-gegen-sporthalle-in-liefering-5962168

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